Es geht steil bergauf bei den Jungfraubahnen

Nur der Start in die aktuelle Wintersaison hat ein Minus vorne dran: Die Jungfraubahnen transportierten 2018 erneut mehr Besucher.

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Nathalie Günter@nathalieguenter

1,067 Millionen Gäste auf dem Jungfraujoch (+2,4 Prozent): Zum dritten Mal knackt die Jungfraubahn Holding AG die Millionengrenze, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Und auch die anderen Angebote konnten im Vergleich zum Vorjahr ihre Frequenzen erhöhen: Harderbahn (+21 Prozent), Grindelwald First (+18,2 Prozent) und die Mürrenbahn (+9,8 Prozent). «Wir konnten uns im Vergleich zum Rekordjahr 2017 weiter steigern», so CEO Urs Kessler auf Anfrage.

Limit bleibt

Das gesteckte Ziel, bis 2022 jährlich eine Million Besucher auf dem Jungfraujoch zu erreichen und das ganze Jahr Hochsaison zu haben, habe sich mittlerweile zu einem Jahresziel entwickelt. «Und wir wollen künftig nicht primär einfach die Frequenzen weiter erhöhen, sondern unser Ziel verfolgen, den Ertrag pro Person langfristig auf 120 Franken zu steigern», sagt Kessler. 2017 belief sich dieser auf 110 Franken.

«Das Besucherlimit für das Joch wird sich im Grundsatz auch mit der V-Bahn nicht ändern.»Urs Kessler, CEO Jungfraubahn Holding AG

Auch das selbst auferlegte Limit von 5250 Gästen pro Tag bleibe bestehen. «Das wird sich im Grundsatz auch mit der V-Bahn nicht ändern», betont Kessler. «Das ist eine klare Bekenntnis zur Qualität.» Im Jahr 2018 sei das Jungfraujoch an 37 Tagen ausgebucht gewesen. Insgesamt sei wichtig gewesen, die intensive Marktbearbeitung – insbesondere in Asien – fortgeführt zu haben.

Für die Qualität spricht auch, dass die Jungfraubahnen die Nebensaisonmonate besser auslasten konnte. «Wir nähern uns sukzessive dem Ziel, das ganze Jahr Hochsaison zu haben», sagt Kessler. Zum Beispiel der November habe sich gut entwickelt.

Der November trägt seit 2017 auch dazu bei, dass der Harder noch besser besucht wird. Speziell bei solch lang anhaltend stabilem und warmem Wetter, wie es vergangenen Herbst der Fall war. 2018 kamen 542'500 Besucher (2017: 448'500 Besucher). Waren es im Vorjahr noch die Araber, sind es 2018 vor allem die Asiaten gewesen, welche die 800 Meter Höhendifferenz überwunden haben und auf den Interlakner Hausberg gereist sind. «Das Angebot lässt sich ideal mit dem Jungfraujoch kombinieren», begründet Kessler. Damit profitiere der Harder auch vom Crossmarketing mit dem Jungfraujoch.

Ebenso erfolgreich war die die Firstbahn: Die Besucherzahl stieg von 497'000 auf 587'500 Besucher (+18,2 Prozent). In der Sommersaison von April bis November stieg die Besucherzahl sogar um ein Viertel an. «Das Erlebnisangebot mit First-Flieger oder Trottibike ist auf dem Schweizer Markt sehr populär», so Kessler. Bei beiden Angeboten, First wie Harderbahn, gehe es künftig ebenfalls darum, nicht die Frequenzen zu steigern, sondern den Ertrag pro Besucher.

Dank Festtagen aufgeholt

Gebremst wird die Euphorie einzig vom Start in die Wintersaison 2018/2019: Letztes Jahr öffneten die Pisten bereits Ende November, dieses Jahr – ob der warmen Witterung – erst Anfang Dezember. Das führte bei den Besucherfrequenzen zu einem Minus von 3,9 Prozent (siehe auch Infobox). Urs Kessler ist aber überzeugt, dass die Jungfraubahnen diesen Rückstand im Januar kompensieren werden. «Über die Festtage hatten wir ein Viertel mehr Besucher als letztes Jahr.» Und: «Es wird keinen so stürmischen Januar geben wie letztes Jahr, als wir viele Ausfalltage hatten.»

Berner Oberländer

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