Unterbach

Anlaufstelle vor Ort wird wieder wichtig

UnterbachDetailhandelsexperte Marco Fuhrer macht am Wirtschaftstreffen Obwalden - Haslital/Brienz den Dorfläden Mut. Sie könnten trotz steigender Interneteinkäufe überleben.

Eine zentrale Anlaufstelle ist wichtig: Dies ist beim Grimseltor in Innertkirchen – mit Dorfladen, Postagentur und Tourist-Information – der Fall.

Eine zentrale Anlaufstelle ist wichtig: Dies ist beim Grimseltor in Innertkirchen – mit Dorfladen, Postagentur und Tourist-Information – der Fall. Bild: Markus Hubacher

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Es gibt Hoffnung für den Dorfladen. Diese Hoffnung schürte am Donnerstag Marco Fuhrer am 8. Wirtschaftstreffen Obwalden - Haslital/Brienz. Das Thema «Vitale Dörfer dank neuer Technologien?» lockte 140 Teilnehmer auf den Flugplatz in Unterbach.

Detailhandelsexperte Fuhrer brachte die 140 Anwesenden auf den neuesten Stand, wie und wo Herr und Frau Schweizer heutzutage einkaufen – und künftig einkaufen werden.

Mehr Service, weniger Shop

«Bis 2021 werden 10 von 100 Franken online ausgegeben», beschrieb Fuhrer die Entwicklung. Speziell im Bereich Essen und Hygieneartikel seien es aber immer noch unbedeutende 3 Prozent. Hier könnten Dorfläden profitieren. Ein Szenario sei, dass der Dorfladen zum Dienstleistungszentrum werde, natürlich auch mit einer integrierten Postagentur.

«Spätestens wenn auch das letzte Restaurant im Dorf schliesst, wird der Dorfladen auch zur Begegnungszone.» Ein gutes Beispiel dafür seien auch die Tankstellenshops. Früher noch mit kleinem Sortiment, hätten sie sich zu einem Treffpunkt für die Znünipause und zum Tante-­Emma-Laden gemausert.

«Der Dorfladen muss seine Produktpalette auf jene Produkte für den Tagesbedarf runterschrauben», so Fuhrer. Den Rest würden die Kunden sowieso online bestellen. Im Laden könnten dafür andere Zusatzdienstleistungen angeboten werden. Fuhrer: «Wieso nicht die Abgabestelle für die chemische Reinigung sein?»

Eine zentrale Anlaufstelle sei den Menschen wichtig. Auch Onlineversandhändler wie Zalando würden über kurz oder lang ­Läden eröffnen – oder zumindest Servicepunkte, ist Fuhrer überzeugt. Klar werde immer mehr online eingekauft, deshalb sei das Konzept der «Omni-Channel», also Präsenz online wie auch vor Ort wichtig. «Es gilt die beiden Welten zu verknüpfen», sagte Fuhrer.

Will beide Welten verknüpfen: Detailhandelsexperte Marco Fuhrer (links). Investiert in den digitalen Arbeitsplatz: Daniel Fischlin, CEO Kraftwerke Oberhasli AG.

Als Dorf attraktiv bleiben

In das Konzept der Dienstleitungs- und Begegnungszone passt auch das Grimseltor in Innertkirchen: Dorfladen, Postagentur und Tourismus Information befinden sich am selben Ort, wie Daniel Fischlin, CEO der Kraftwerke Oberhasli (KWO) AG, in seinem Referat ausführte. Die KWO beteiligten sich am Bau des Grimseltors.

«Wir investieren auch in den digitalen Arbeitsplatz», sagte Fischlin. Das Energieunternehmen wolle mit flexiblen Arbeitszeitmodellen – die auch dank den neuen Technologien möglich sind – eine attraktive Arbeitgeberin sein und damit das Standortmarketing in den umliegenden Dörfern unterstützen.

Einen anderen Blickwinkel auf die Möglichkeiten der neuen Technologien bot Peter Teuscher, Verwaltungsratspräsident der Grimselbahn AG. Innert zehn Minuten nahm er die Anwesenden mit auf eine Reise und zeigte, wie die knapp 22 Kilometer Bahnstrecke mit den neuesten Hilfsmitteln entstünden – und damit ganz neue Verbindungen für die Dörfer Meiringen, Innertkirchen oder Oberwald schaffen würden. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.05.2018, 11:33 Uhr

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