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Angeklagter akzeptiert nicht alle Vorwürfe

Einem Asylbewerber aus Algerien werden Diebstahl, Gewalt und Drohung gegen Behörden sowie weitere strafbare Handlungen zur Last gelegt. Doch dieser war anderer Meinung.

Die Anhörung fand am Regionalgericht in Thun statt.
Die Anhörung fand am Regionalgericht in Thun statt.

Mit einem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Bern, Region Oberland, begann im März die Maschinerie der Justiz zu laufen. Ein 25-jähriger Asylbewerber aus Algerien wurde wegen mehrfachen Diebstahls, Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte, versuchter ­Hinderung einer Amtshandlung, Beschimpfung, Vergehen gegen das Ausländergesetz sowie Übertretung gegen das Gesetz über das kantonale Strafrecht schuldig erklärt.

Ihm wurden eine Freiheitsstrafe von 120 Tagen sowie Kosten von 950 Franken aufgebrummt. Dagegen erhob er Einsprache. Ein weiteres Kapitel wurde im September mit einer Anklageschrift der Staatsanwaltschaft aufgeschlagen. Neben Diebstahl und illegalem Aufenthalt sind darin Hehlerei, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Übertretung gegen das Betäubungsmittelgesetz als Straftatbestände aufgeführt.

Die Staatsanwaltschaft beantragt eine unbedingte Freiheitsstrafe von 9 Monaten, eine Landesverweisung von 10 Jahren sowie die Auferlegung der Verfahrenskosten. Der Beschuldigte befindet sich seit Anfang Juli in Untersuchungshaft beziehungsweise im vorzeitigen Strafvollzug.

Zahlreiche Vorstrafen

Die vorgeworfenen Straftaten wurden zu Beginn und im Frühling dieses Jahres auf dem Bödeli begangen. Ein Diebstahl soll Ende des letzten Jahres im Kanton Jura erfolgt sein.

Bei der am Mittwoch ins Französische übersetzten Befragung durch Gerichtspräsidentin Natalie Fritz akzeptierte der Beschuldigte nicht alle Vorwürfe oder konnte (wollte?) sich an einige nicht mehr erinnern. «Was sagen Sie zu den zahlreichen Vorstrafen?», wollte die Gerichtspräsidentin schliesslich wissen. Dazu könne er sich nicht äussern, lautete die knappe Antwort.

Der amtliche Verteidiger forderte einige Freisprüche oder in andern Anklagepunkten die Einstellung des Verfahrens. Schuldsprüche erachtete er in Bezug auf den illegalen Aufenthalt in der Schweiz, Gewalt und Drohung gegen Beamte, Hausfriedensbruch sowie den Konsum von Marihuana als gerechtfertigt.

Das Strafmass überlässt er dem Ermessen des Gerichts. Seiner ­Ansicht nach sollte jedoch die Freiheitsstrafe 120 Tage nicht übersteigen. Die Ansprüche der Zivilkläger, von welchen deren zwei anwesend waren und befragt wurden, sollten entweder abgelehnt oder auf den Zivilweg verwiesen werden.

Die Urteilseröffnung erfolgt am Mittwoch, 25. Oktober.

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