Spiez/Reichenbach

Altes bewahren und Neues wagen

Spiez/ReichenbachDas Spiezer Orchester wagte zu seinem 25-Jahr-Jubiläum Neues und spielte auch Stücke aus seiner Geschichte. In der Dorfkirche Spiez erklangen zwei dem Orchester gewidmete Werke und ein sinfonisches Juwel.

Das Orchester Spiez mit Solistin Franziska Schletti (Alphorn) und Dirigentin Isora Castilla Rocha.

Das Orchester Spiez mit Solistin Franziska Schletti (Alphorn) und Dirigentin Isora Castilla Rocha. Bild: Heidy Mumenthaler

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Neues ausprobieren und Stücke aus dem Repertoire spielen, die allen besonders in Erinnerung geblieben sind, das war der Wunsch des Laienorchesters Spiez. Dieses feierte übers Wochenende in der Dorfkirche Spiez und anderntags in Reichenbach sein 25-Jahr-Jubiläum.

Aus der Vergangenheit spielte das Ensemble das ihm gewidmete Stück «Concertino für Alphorn und Orchester», welches 1985 von Willy Heger komponiert und in Spiez uraufgeführt wurde.

Dazu traf es mit der in Spiez wohnhaften Franziska Schletti am Alphorn eine gute Wahl. Die gebürtige Lenkerin erreichte mit ihrem leidenschaftlichen, präzisen, in allen Tonlagen ausgeglichenen Spiel rasch die Herzen des Festpublikums. Sehr anspruchsvoll war der Umgang mit der Akustik des Raumes, die immer von Neuem herausfordert und gemeistert werden muss.

Lust auf Neues

Der Bogen spannte sich bis zum allerersten Konzert der Anfangszeit der 25-jährigen Geschichte: Die Streicher interpretierten in «Chaconne» aus der Oper «The Fairy Queen» festlich barocke Klänge des Engländers Henry Purcell. Aus Lust auf Neues entstand ein Kompositionsauftrag an Katharina Weber.

Die dem Orchester Spiez gewidmeten kurzen Stücke «Rufe» kamen zur Uraufführung. Da galt es, in getragenen, fast identischen Melodien Klänge in die Weite aufzubauen und konzentriert auf Taktwechsel zu reagieren. Gespannt horchten die Zuhörenden den unkonventionellen Tönen, aus denen diese Rufe entstanden.

Erfrischendes Finale

Ausgewogener Holz- und Blechbläserklang überzeugte in Charles Gounods Sinfonie Nr. 1 in D-Dur. Mit grosser Anstrengung und spürbarer Hingabe wurden die schwierigen Passagen gemeistert. Wohltuend und erfrischend wirkte das kaum bekannte Werk mit seinen nachklingenden Melodien, mal tänzerisch vergnügt, mal auch dramatisch-opernhaft.

Mit grosser Anstrengung und spürbarer Hin- gabe wurden die schwierigen Passagen gemeistert. 

Hier zeigten sich auch die Streicher voll in Form, glänzend in den Höhen, verspielt in schnellen Passagen. Mitreissend wirkte die Dynamik und flexibel die Übergänge. Da schien das Motto des Spiezer Orchesters «Freude an der Musik und am Musizieren» durch.

Eine Zuhörende lobte: «Das Orchester wird von Jahr zu Jahr besser.» Und ein Musikliebhaber ergänzte: «Mit Gounods Schluss-Stück bin ich mit meinem Musikgehör wieder ins Reine gekommen.» (Berner Oberländer)

Erstellt: 05.09.2016, 10:12 Uhr

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