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Als Hausärztin in den Bergen in der Nachfolge Bruno Durrers

Anfang 2019 hat die Ärztin Barbara Wijker die Caremed-AG-Hausarztpraxis übernommen. Nach Umbau und Renovation wurde die Praxis nun offiziell eröffnet.

Hausärztin Dr. med. Barbara Wijker in ihrer renoviertenund neu eröffneten Praxis in Lauterbrunnen. Foto: Monika Hartig
Hausärztin Dr. med. Barbara Wijker in ihrer renoviertenund neu eröffneten Praxis in Lauterbrunnen. Foto: Monika Hartig

«Als Hausärztin auf dem Land zu arbeiten, ist spannend. Man kann nähen, gipsen, röntgen, hat Patienten jeglichen Alters, Einheimische und Touristen», sagt Allgemeinmedizinerin Barbara Wijker.

Anfang des Jahres hat Wijker die Caremed-AG-Hausarztpraxis in Lauterbrunnen, wo früher Bruno Durrer bis zu seinem Tod im Jahr 2016 wirkte, übernommen. Nach drei Monaten Umbauzeit und Renovation wurde die Praxis, laut Innen­architekt Samuel Vifian nun eine der modernsten im Berner Oberland, mit einem Tag der offenen Tür eröffnet.

Einladendes Ambiente

Zahlreiche Einwohner, Patienten, Freunde und Bekannte nutzten am Samstag die Gelegenheit, sich die etwa 150 Quadratmeter grosse Praxis im Parterre der Liegenschaft beim alten Schulhaus anzusehen. Hauseigentümerin ist Susanne Durrer, Witwe von Bruno Durrer. Einladend wirkt die neu gestaltete Rezeption mit holzvertäfelter Wand, indirekter Beleuchtung und Boden aus Kunststeinzeugplatten.

Die Behandlungsräume und das Labor sind in Weiss gehalten mit Böden aus blauem Linoleum. Der auf Arzt- und Zahnarztpraxen spezialisierte Innenarchitekt Vifian aus Schwarzenburg: «Für den Umbau mussten tragende Wände herausgenommen werden.» Ingenieur Hanspeter Böhler (Unterseen) berechnete die Statik. Die Gesamtumbaukosten liegen laut Vifian im mittleren sechsstelligen Bereich.

Grosses Einzugsgebiet

In den schönen neuen Räumen gibt es viel zu tun. Zum Einzugsgebiet der Praxis gehört das ganze Lauterbrunnental mit Mürren, Gimmelwald, Isenfluh und Stechelberg. Im Sommer sind es in der Regel zwei, im Winter drei Ärzte, die sich mit mehreren Medizinischen Praxisassistentinnen, auch nachts bei Notfällen, um die Patienten kümmern.

Zudem öffnet während der Wintersaison jeweils eine Zweigstelle in Mürren. «Schwierig ist, dass man nicht überall mit dem Auto hinkommt. Nachts macht die Schilthornbahn Pikett. Notfalls muss man manchmal den Heli schicken», so Barbara Wijker.

Hausärzte werden rarer

«Letzten Sommer war ich die einzige Ärztin in der Caremed-Praxis, da kam ich mitunter schon an meine Grenzen», berichtet Barbara Wijker. Schwierig sei es, Ärzte für die Hausarztmedizin zu finden. Zwei gut qualifizierte Ärzte aus dem Tessin springen ab und zu ein. Denn die Arbeit wird nicht weniger.

«Zu uns reisen auch Patienten vom Bödeli, weil die dortigen Hausärzte kaum noch Patienten annehmen können.» Die in Schaffhausen und Magden im Fricktal aufgewachsene Ärztin mag die Mentalität der Bergbewohner: «Ich finde die Menschen hier sehr sympathisch. Sie haben eine andere Erwartungshaltung, als ich es in der Stadt erlebt habe.»

Privates Glück gefunden

Zum riesigen Arbeitsgebiet kommt noch die obligatorische Weiterbildung für den Facharzttitel FMH mit Kursen und Kongressbesuchen hinzu. In ihrer kargen Freizeit wandert, kocht und backt Barbara Wijker gern. Auch privat hat die Ärztin ihr Glück in den Bergen gefunden: Sie lebt in einer Partnerschaft mit dem Lauterbrunner Pfarrer Markus Tschanz.

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