Ärger wegen Sesselbahn-Einstellung

Die Bergbahnen Destination Gstaad will die 37-jährige Sesselbahn Ried–Längenbrand Ende dieser Wintersaison schliessen. St. Stephan reagiert ungehalten.

Während die Saanerslochbahn (im Bild, Visualisierung) für 27 Millionen Franken zur Hochleistungsbahn aufgemotzt wird, stellen die Gstaader Bergbahnen den Betrieb in St. Stephan ein.<p class='credit'>(Bild: zvg)</p>

Während die Saanerslochbahn (im Bild, Visualisierung) für 27 Millionen Franken zur Hochleistungsbahn aufgemotzt wird, stellen die Gstaader Bergbahnen den Betrieb in St. Stephan ein.

(Bild: zvg)

Wird das Ende der 37-jährigen Sesselbahn Ried–Längenbrand in diesen Tagen definitiv Tatsache? Die Meldung der Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) vom frühen Donnerstagabend lässt einen Hoffnungsschimmer, «wenn die Gemeinde St. Stephan sich bereit zeigt, für eine Wiederaufnahme die Finanzierung eigenständig aufzubringen».

Genau das ist der Knackpunkt. Im Communiqué der BDG ist zu lesen: «Aufgrund des technischen Zustandes, der Absage der Gemeinde St. Stephan im Jahr 2015 zum Sanierungsprojekt der BDG sowie der nicht dafür vorhandenen Finanzmitteln für eine technische Erneuerung muss die 1981 in Betrieb genommene Sesselbahn Ried–Längenbrand zum ­Ende der Wintersaison 2017/2018 geschlossen werden.»

Gar nicht erfreut über diese ­Information so kurz vor der Gemeindeversammlung (GV) Saanen, die über einen jährlich wiederkehrenden Gemeindebeitrag von 3,81 Millionen Franken an die BDG über 5 Jahre zu beschliessen hatte, zeigt sich die Gemeinde St. Stephan.

Das Schreiben nur gut 24 Stunden vor dieser GV mit der Ankündigung der Schliessung des Zubringers St. Stephan «mutet eigenartig an», wie sich die Exekutive in einem Schreiben ausdrückt.

«Tür nie zugeschlagen»

Das Nein zur Beteiligung an der Sanierung durch die Gemeinde St. Stephan, wie sie die BDG darstellt, sieht der Obersimmentaler Gemeinderat (GR) in einem anderen Licht: «Diese Behauptung wurde aus dem Kontext gerissen. Bereits vor 2 Jahren war klar, dass die BDG ohne die Weiterführung der jährlich wiederkehrenden Beiträge der Gemeinden den Betrieb nicht sicherstellen kann und der Ersatz von grossen Anlagen nach dem Kostenverteilschlüssel 60 Prozent durch die Standortgemeinden oder Sponsoren/Gönner und 40 Prozent durch die BDG vorgenommen werden muss. Weil diese Klauseln die finanziellen Möglichkeiten von St. Stephan übersteigen, lehnte die Gemeindeversammlung das Konzept ab.»

St. Stephan habe jedoch die Tür nie zugeschlagen, betont das GR-Kollegium mit Gemeindepräsident Albin Buchs an der Spitze. «Unter dem Vorbehalt, dass in St. Stephan ein Einstiegsportal realisiert wird, genehmigte die Gemeindeversammlung am 27. November 2015 die Bezahlung der Sanierungsbeiträge.» Der GR glaubt nicht, dass sich trotz dem Bezahlen einer Summe von rund 450 000 Franken etwas an den Plänen der BDG geändert hätte.

«Unser Angebot für eine Weiterbezahlung des jährlich wiederkehrenden Beitrags von 85 000 Franken, solange der Zubringer betrieben wird, blieb bis heute von der BDG unbeantwortet», so der GR weiter. Dass nun bis zum 15. Juli der Entscheid für die Wiederaufnahme des Betriebs gefällt sein muss (mit Sicherstellung der Mittel bis Ende Juli), enttäuscht den GR: «Die regionale Zusammenarbeit liegt im Argen. Anstatt besser zusammenzuarbeiten, dividieren sich das Simmental und das Saanenland immer mehr auseinander.»

pd/sp

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