Gstaader Bahnen erhalten Kredit

Zweisimmen

Mit 224 gegen 37 Stimmen wurde ein fast 5 Millionen schwerer Rettungsanker für die Bergbahnen Destination Gstaad AG (BDG) ausgeworfen.

Die Saanerslochbahn wurde bis heute nicht erneuert, obschon dies bereits im Konzept «Konzentration» vorgesehen war.

Die Saanerslochbahn wurde bis heute nicht erneuert, obschon dies bereits im Konzept «Konzentration» vorgesehen war.

(Bild: zvg)

An der ausserordentlichen Gemeindeversammlung war ein Aufatmen in den Dankesworten von Emanuel Raaflaub, noch Verwaltungsratspräsident der Bergbahnen Destination?Gstaad AG (BDG), für die Zustimmung und das Vertrauen deutlich hörbar. Emotionslos stimmte Zweisimmen am Mittwochabend mit 224 Ja gegen 37 Nein den Massnahmen der Schuldensanierungs- und Investitionsstrategie der Bergbahnen Destination Gstaad AG zu.

Saanen hat am letzten Freitag mit 389 Ja gegen 200 Nein 32,75 Millionen Franken bewilligt. Noch offen sind die Entscheide aus Rougemont und der BDG-Generalversammlung. Aus der Diskussion in?Zweisimmen – mit nur zwei Fragestellern – ging es um die Gondelbahn Rinderberg mit dem direkten Anschluss an den öffentlichen Verkehr und zum Erhalt des Skiliftes Birrmoos als Einstieg ins Skigebiet, falls die obere Gondelbahnsektion ausfällt.

Umzug in Talstation

Sanierer und designierter Verwaltungsrat Roland Zegg sowie BDG-Verwaltungsrat und Gemeinderat Matthias Matti stellten sich den Fragen. Mit verschiedenen technischen Erneuerungen und mit einem sogenannten Retrofit, könne die Gondelbahn-Konzession voraussichtlich bis 2029 erhalten bleiben. Auch ist vorgesehen, den Skilift Birrmoos als Notverbindung ins Skigebiet zu erhalten. Auch ist eine Umsiedlung der BDG-Verwaltung aus der Gstaader Promenade in eigene Räumlichkeiten in der Talstation Saanerslochbahn geplant.

Die Zahlen für Zweisimmen

Für Zweisimmen bedeutet dies einen Beitrag von 2,3 Millionen Franken an die Schuldensanierung in Form früher beschlossener, respektive nicht finanzwirksamer Beschlüsse wie die Ablösung der Bürgschaftsverpflichtung aus dem Konzept Flex für 765 000 Franken und die Herabsetzung des Aktienkapitals um 85 Prozent, 1,56 Millionen ausmachend.

Dazu erfordert die Rekapitalisierung der Gesellschaft von Zweisimmen neu gut 2,4 Millionen Franken. Einerseits werden 1,23 Millionen zur Wiederaufstockung des Kapitals, einem Aktienanteil von 5,1 Prozent, und andererseits ein Agio, einem sogenannten À-fonds-perdu-Aufgeld auf das Aktienkapital, in gleicher Höhe gefordert. Zweisimmen bleibt so hinter Saanen und Rougemont der drittgrösste öffentliche BDG-Aktionär.

Änderung der Zone bewilligt

Auch die zweite Gemeindeversammlungsvorlage ist ein komplexes zukunftsorientiertes Geschäft. Sie ist eng verbunden mit dem am heutigen Markthallenstandort beabsichtigen Neubau der Genossenschaft Migros Aare und der, vonseiten der Gemeinde geplanten, Ersatzbauten im Gwatt. Diese Bauabsichten bedingten eine Änderung der Zone H für öffentliche Nutzungen des Areals Gwatt im Baureglement. Auch war die Zustimmung für die Projektierungskredite für die Feuerwehr sowie für die Markt- und Veranstaltungshalle von je 185000 Franken und fast 360000 für die neue Sporthalle erforderlich. Eingebunden in die insgesamt 15 Millionen schweren Bauvorhaben ist die Beteiligung zur Verlegung der BKW-Hochspannungsleitung im Gwatt.

Kaufvertrag ist rechtskräftig

Im gleichen Zusammenhang steht der Vertrag zum Erwerb des Baurechts des Markthallenareals für 767'000 Franken. Der Betrag soll weitgehend zur Schuldentilgung der Genossenschaft eingesetzt werden. Unter Vorbehalt war der Vertrag mit der Migros Aare zum Kauf des Markthallen-areals samt der Parzelle Haus Imobersteg für 4,2 Millionen Franken am 4.September abgeschlossen worden. Die geplante Gebäudekombination für den Feuerwehrstützpunkt sowie für die Markt- und Veranstaltungshalle hat Priorität.

Zur Sporthalle konnte Gemeinderatspräsident Ernst Hodel nichts versprechen und verwies auf die Finanzen. Mit zwei geheimen und drei offenen Abstimmungen wurde das Vorhaben mit wenigen Gegenstimmen genehmigt. Auch ein Rückweisungsantrag zur Abklärung einer Standortalternative im Areal der Logistikbasis in Blankenburg, die 2021 oder früher geschlossen werde, fand kein Gehör.

Berner Oberländer

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