Spiez

Wird GGR warm für teurere Fernwärme-Variante?

SpiezGünstiger mit Öl und Holz oder teurer mit dem Anschluss an die Fernwärme? Letzteres empfiehlt der Spiezer Gemeinderat dem Parlament. Die Sanierung von Heizung und Gebäudehülle beim Werkhof kostet rund eine halbe Million Franken.

Der Werkhof an der Industriestrasse in Spiez. Nebst dem Dach des Westflügels (vorne) muss die Heizung saniert werden. Wie viel ist das dem Grossen Gemeinderat wert?

Der Werkhof an der Industriestrasse in Spiez. Nebst dem Dach des Westflügels (vorne) muss die Heizung saniert werden. Wie viel ist das dem Grossen Gemeinderat wert? Bild: Jürg Spielmann

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«Darfs äs bitzeli meh sy . . .?» Die Frage, die gemeinhin der Metzger beim Blick auf die Waage stellt, richtet nächsten Dienstag der ­Gemeinderat an den Grossen Gemeinderat (GGR). Der Spiezer Finanzplan sieht für das Jahr 2018 500'000 Franken für Sanierungsmassnahmen beim Werkhof vor. Konkret gilt es beim 32-jährigen Bau die Heizung zu ersetzen und über dem westlichen Gebäudeteil ein wärmetechnisch verbessertes Dach zu bauen.

Es wird also ein «bitzeli» mehr sein. Geht es nach der Exekutive, sind es just 50'000 Franken mehr. Gemäss gemeinderätlichem Antrag soll der GGR 550'000 Franken genehmigen – für die teurere zweier Varianten. Diese sieht den Anschluss an den 2013 eröffneten Fernwärmeverbund vor. Das beauftragte Berner Ingenieurbüro Enerconom hatte für die Heizungssanierung auch eine günstigere Variante «Öl und Stückholz» erarbeitet – mit ei­nem Volumen von 510 000 Franken. Die zwei Gesamtbeträge gehen aus dem Kostenvoranschlag des lokalen Architekturbüros Christian Nussbaum AG hervor.

«Wohl ökologischer»

Wieso setzt der Gemeinderat auf die teurere Lösung? «Einerseits wegen des im Jahr 2010 gefassten Grundsatzbeschlusses, die Spiezer Gemeindeliegenschaften an das Netz des Wärmeverbundes anzuschliessen», erklärt Finanzvorsteherin Ursula Zybach (SP). Andererseits würde es betrieblich einiges vereinfachen: «Man braucht nicht anzufeuern, benötigt weder Lager für das Holz noch Platz für Öltanks und auch keinen Kaminfeger mehr. Zudem erhält der Werkhof mit dem Heizungsraum zusätzlichen Platz.»

Dem steht entgegen, dass «die Investitions- und Unterhaltskosten tief, hingegen die Energiekosten mit dem jährlichen Grundpreis relativ hoch sind.» Die Ausführung im GR-Antrag vermag Zybach nicht mit einem Frankenbetrag zu ergänzen. Die BKW AG ist laut Gemeinderat bereit, eine Hausanschlussleitung von der Neumattstrasse zum Werkhof zu erstellen. Der Energieriese würde von den nötigen 240'000 Franken «knapp drei Viertel» übernehmen. Der Gemeinde blieben 63'000 Franken, die im Investitionskredit enthalten sind.

Ist diese aber auch die sauberere Lösung? «Es dürfte die ökologischere Variante sein.» Zybach nennt die besseren Filtermöglichkeiten bei der grösseren Heizanlage als einen Grund. Und sie weist darauf hin, dass inskünftig auf den Energieträger Öl verzichtet werden könnte.

Neues Dach liefert Strom

Auf dem sanierten Dach des Westflügels ist eine Fotovoltaikanlage vorgesehen, die primär für den Eigenbedarf Solarstrom produziert. Die Anlage soll eine Einmalvergütung von Swissgrid von «10'000 bis 12'000 Franken» auslösen und nach Berechnungen des Vereins Spiezsolar in achteinhalb Jahren amortisiert sein. Sie wisse um Stimmen, die sich für eine andere Lösung aussprechen würden – ohne Fernwärme. sagt Zybach. «Wir sind von der Variante überzeugt, sie macht fachlich Sinn.»

Weitere Sanierungsbrocken stehen laut der Gemeinderätin in den nächsten Jahren beim Werkhof nicht an. Die Zustimmung des GGR immer vorausgesetzt, möchte die Gemeinde die Arbeiten im Frühling 2018 ausführen lassen.

Die 246. Spiezer GGR-Sitzung findet am Dienstag, 12. September, um 19 Uhr im Gemeindezentrum Lötschberg statt. Sie ist öffentlich. (Berner Oberländer)

Erstellt: 08.09.2017, 18:34 Uhr

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