Wengens Fahrzeugtypen sterben aus

Lauterbrunnen

An der Bezirksversammlung war im verkehrsfreien Wengen der Verkehr das Hauptthema.

Die schmalen Fahrzeuge, die in Wengen noch fahren dürfen, werden nicht mehr produziert.

Die schmalen Fahrzeuge, die in Wengen noch fahren dürfen, werden nicht mehr produziert.

(Bild: Archiv/Ferdinand Waespe)

Die Bezirksversammlung ist für die Wengener das Forum, um ihre Anträge an die Gesamtgemeinde Lauterbrunnen zu diskutieren. Am 24. Juni standen zwei schon seit Jahren aktuelle Themen auf der Traktandenliste: der Verkehr und die Aufwertung des Zentrums, wo in die Jahre gekommene Sportanlagen stehen. 66 Personen nahmen an der Versammlung teil, die traditionsgemäss vom Lauterbrunner Gemeindepräsidenten Martin Stäger präsidiert wurde.

Oase ist nicht freiwillig

Gemeinderat Karl Näpflin stellte klar: Insel und Oase, wie Wengen aus touristischer Sicht gelobt wird, seien die Wengener nicht freiwillig, und der fehlende Strassenanschluss verursache Probleme und Kosten. Im Dorf gibt es eine Fahrverbotszone. Weil diese aber beim Bahnhof beginnt, wo Wengens Gäste und Güter ankommen, gibt es ganz viele Ausnahmebewilligungen, für Landwirtschaft, für Transporte, für touristische und andere Gewerbe.

«Man fährt, aber man muss vernünftig fahren»Karl Näpflin, Gemeinderat Lauterbrunnen

Ein Teilnehmer der Versammlung fand, dass man Wengen eher als «verkehrsarm» und nicht als «verkehrsfrei» bewerben sollte. Die «Wengener» Gemeinderäte Karl Näpflin und René Leuthold orientierten über den Stand der Arbeiten, mit denen eine verträgliche Lösung für alle Ansprüche gesucht wird. Anfang Juni hat eine Sitzung mit betroffenen Kreisen stattgefunden. «Man fährt, aber man muss vernünftig fahren», sagte Näpflin.

Mittags wird nicht gefahren

Ein Kodex enthält die wichtigsten Regeln: Die Fahrzeuge sollen angeschrieben sein, damit die Gäste wissen, warum sie unterwegs sind. Fussgänger haben Vortritt, über Mittag wird nicht gefahren, es werden möglichst leise Fahrzeuge eingesetzt. Und hier beginnt das Problem, das ganz viel zu diskutieren gab. Es gibt die schmalen Fahrzeuge, die in Wengens enges Strassennetz und auch ins gewünschte Strassenbild passen, auf dem Markt nicht mehr. Deshalb war umstritten, ob eine Maximalbeschränkung für die Fahrzeuge überhaupt zu erarbeiten ist.

Trotz Gegenstimmen, die eine freie Fahrzeugwahl wollten, wurde entschieden, dass eine entsprechende Maximalbeschränkung breit abgestützt festgelegt werden soll, wozu nötigenfalls mit den Ämtern Kontakt aufgenommen wird, um Sonderbewilligungen für in der Schweiz nicht zugelassene Fahrzeuge zu bekommen, zum Beispiel die Marke Piaggio mit Allradantrieb. Einstimmig beschloss die Versammlung, dass eine Umfahrung für die Dorfstrasse konkretisiert werden soll, allerdings nicht mit eher utopischen Lösungen wie einem Tunnel.

Zentrumsprojekt

Rolf Wegmüller informierte über die Tourismus-Topzahlen 2018. Wengen will sich für die Zukunft fit machen.

Unter der professionellen Leitung von Patrick Gurtner (von Allmen Architekten) wird aktuell in Workshops erarbeitet, wie das Zentrum von Wengen mit dem Figeller und den in die Jahre gekommenen Sportanlagen in Zukunft aussehen soll und was es für Indoor-Einrichtungen braucht.

Katalog nach Workshopende

Am Ende der sechs Workshops, so orientierte Gurtner, soll ein Massnahmenkatalog entstanden sein. Der Weg hinter dem Hotel Silberhorn soll so verlegt werden, dass dieses eine Ausbaumöglichkeit hat. Zu reden gaben der teure Schulweg und die Willkommenskultur der Jungfraubahnen, die auf grossen Plakaten darauf hinweisen, dass man ein Ticket kaufen soll.

Berner Oberländer

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