Stellen wir uns dem Konflikt

Samuel Günter, Redaktor «Berner Oberländer», zur Rolle des Tourismus im Berner Oberland.

Samuel Günter@samuel_guenter

Tourismus ist für das Berner Oberland wichtig. Für diese Erkenntnis braucht es keine Studie der Universität Bern. Was es aber braucht, ist der Austausch mit der Bevölkerung, die nur indirekt vom Tourismus profitiert. Gerade auf dem Bödeli nimmt der Unmut zu.

Man fühlt sich nicht mehr heimisch, weil verschleierte Frauen über den Höheweg flanieren. Man ärgert sich im Verkehr über ortsunkundige Fahrer, die durchs Quartier schleichen, zur Unzeit einen Fotohalt einlegen oder von einer Bahnschranke überfordert sind. Man wartet an der Supermarktkasse. Und man nervt sich über den vollen Ortsbus.

Dabei geht vergessen, was die Region dem Tourismus zu verdanken hat. Einmal von Arbeitsplätzen und der Wertschöpfung abgesehen. Der angesprochene Ortsbus würde sicher nicht alle halbe Stunde und bis spät in die Nacht verkehren. Das Gastroangebot auf dem Bödeli stellt jenes von deutlich grösseren Agglomerationen weit in den Schatten – qualitativ und quantitativ. Und. Und. Und.

Es ist richtig, dass sich Daniel Sulzer und seine Mitstreiter offen diesem Konflikt stellen. Da ist die Studie ein guter Ausgangspunkt. Nun liegt der Ball bei den Unzufriedenen. Wenn sie ernst genommen werden wollen, müssen auch sie sich offen und konstruktiv an der Diskussion beteiligen.

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