Kandersteg

Spannende Höhlen am Geltenbach

KanderstegDer Geltenbach im Gasterntal bleibt durch sein Höhlensystem für Geologen und Forscher ein grosser Anziehungspunkt. An zwei Vortragsabenden erfuhr die Bevölkerung, wieso.

Laut Morphologin Kallen existiert die Geltenbachhöhle seit 25'000 Jahren.

Laut Morphologin Kallen existiert die Geltenbachhöhle seit 25'000 Jahren. Bild: zvg

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Das Thema Geltenbachhöhle interessiert: An zwei Abenden, im Restaurant Waldhaus und am Samstag im Gemeindesaal, war kein freier Platz mehr zu finden. Experten wie der Erstbefahrer Fritz Loretan, die Geomorphologin Irene Kallen wie auch Samuel Trummer und Hansueli Kallen, Vermesser und Forscher der heutigen Generation, informierten. Der Geltibach, wie er bei den Einheimischen heisst, übt schon längere Zeit eine grosse Faszination aus.

Pioniere der ersten Stunde, der 1982 am Nanga Parbat tödlich verunglückte Dorfarzt Peter Forrer in Begleitung von fünf weiteren Bergführern, versuchten 1978 erstmals, den 60 Meter über dem Gasterntal liegenden Eingang zur Höhle zu erreichen. Ein Jahr später gelang dies mit Müh und Not. Mit unzulänglichen Hilfsmitteln stiessen die Forscher etwa 400 Meter im Berginnern auf einen für sie unbezwingbaren Siphon und brachen später ihre Erforschungen ab.

Erforschung geht weiter

Die Gesteinsschichten am Jegertosse bestehen aus verschiedenen Kalken und Mergeln der Öhrli-Formation, die sich vor 145 bis 190 Millionen Jahren gebildet hatten. Im Zuge der Alpenentstehung wurde der einstige Meeresboden angehoben und verfaltet, wodurch die Schichtfolgen des Geltenbachsystems entstanden sind. Laut Morphologin Kallen existiert die Höhle seit 25'000 Jahren. «Nach dem letzten Stand», so Samuel Trummer von der Forschergruppe Crazy Cavers, «wurden bis zum letzten Winter im Inneren 2995 Meter Gänge vermessen.»

Die Grünfärbung des Bachs und der Kander anlässlich des ersten Vortrags war kein Wunder, sondern die Ursache einer chemischen Reaktion. Irene Kallen erklärte: «Der Markierungsfarbstoff Uranin wird unter anderem eingesetzt, um Fliesswegnachweise zu erbringen. Eine bestimmte Dosis wurde beim Schmelzwasser­ablauf im Geltenbachsystem eingesetzt.» Nach einer bestimmten Zeit verfärbten sich der Bach und die Kander grün. «Dies war für zwei Stunden erkennbar.» Fazit des Versuchs war, dass der Blausee blau blieb und einen anderen Zufluss besitzt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.07.2017, 09:17 Uhr

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