Skistars zum Anfassen in Adelboden

Am Freitag ist der Skiweltcup Adelboden mit der Boxenstrasse, an welcher sich die Athleten und Ausrüster den Fans vorstellen, eröffnet worden. Und der Rennleiter gibt grünes Licht für ein Riesen-Spektakel am Samstag.

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Um 19.30 Uhr ist es am Freitagabend so weit: Das Speakerduo Sepp Odermatt und Chrigel Graf eröffnet die 63. Internationalen Skitage. Und damit auch die Oberländer Weltcupwoche, die am 20. Januar am Fusse des Wengener Lauberhorns ihren Abschluss finden wird.

Im Ziel des Adelbodner Chuenisbärgli – des traditionsreichsten Riesenslalombergs der Welt – erfolgt der Auftakt. Es ist eine Premiere: Weil die Kosten der 5,5-Millionen-Veranstaltung in den letzten Jahren stetig gestiegen, die Einnahmen im Gegensatz dazu aber geschrumpft sind, sahen sich die Macher genötigt, den Rotstift anzusetzen.

Die Sparübung, die Weltcupshow mit Startnummernauslosung und Rangverkündigung vom Dorfplatz ins Ziel zu holen, solle die Kasse um 50'000 Franken entlasten, sagt Präsident Peter Willen. «Weni nume wüsst, wo ds Vogellisi wär...», singen die Skifans im Schneetreiben auf der Tribüne. Sie sind um ein so stimmungsvolles wie bierseliges Skifest besorgt.

Fünf Stunden zuvor, als sich die Sonne über dem «Strubel» in den Wolken verabschiedet, geht es im Weltcup-Dorf bereits los. «Startschuss zur Skichilbi» nennt sich das laut Programm. Noch ist es ruhig im Boden. Werden die Skifans in Scharen an die Eröffnung pilgern – so, wie es im Dorf stets Usus war? Die Frage lässt sich ab 15 Uhr an der Boxenstrasse mit den Skistars und -firmen beantworten. Ja. Autogrammjäger, längere und kürzere, stehen sich an den Ständen die Beine in den Bauch, um einen Blick auf die Athleten zu erhaschen oder sich deren Signatur auf die Skijacke kritzeln zu lassen.

Gleich mehrere Skigrössen geben sich die Ehre: Daniel Yule, Ende Jahr Slalomsieger in Madonna di Campiglio, fehlt ebenso wenig wie Kombinationsweltmeister Luca Aerni aus Grosshöchstetten oder der deutsche Adelboden-Sieger Felix Neureuther.

Sie geben sich betont lässig und volksnah. Geduldig zeigt sich Yule, dessen Signatur ein besonders begehrtes Gut ist. «Wie heisst du?», fragt er eine ältere Besucherin. «Für Meia» schreibt er schliesslich wie gewünscht auf ein grosses Plakat und nicht nur auf die Autogrammkarte, was ihn und Meia Steck gleichermassen freut.

«Dass das Skifest nun ausschliesslich im Boden stattfindet, gefällt mir. Es hat mehr Platz.»Meia Steck, Skisportanhängerin aus Adelboden – und Walkringen

«Ich bin ein Fan von Skirennfahrern seit ich 20-jährig bin», sagt die Adelbodner Rentnerin, die auch in Walkringen zu Hause ist. «Ich hoffe, Daniel Yule wird im Slalom zuschlagen.» Gleiches hat der Brite Dave Ryding vor, wie er dem Platzspeaker Chrigel Graf im Interview verrät. «Aber für Daniel Yule und Marcel Hirscher hat es auf dem Podest ja auch Platz...»

Die Startnummern in Adelboden sind bestimmt. Video: Keystone-SDA

An der Startnummernauslosung bahnen sich die 15 besten Riesenslalomathleten den Weg hinab durch die Zuschauermenge an den Fuss der Zieltribüne, wo sie ihre Nummer ziehen. Der siebenfache Chuenisbärgli-Sieger und Topfavorit Marcel Hirscher zieht die sieben, der Schweizer Trumpf Loïc Meillard die drei. «Mein Zimmerkollege Gino Caviezel hat mir heute Morgen gesagt, ich solle die drei nehmen», flachst der Romand.

«Ich finde es sehr schade, findet der Auftakt zu den Rennen nicht mehr im Dorf statt.»Luana Keller, 13-jährige Nachwuchsskifahrerin aus Ipsach

Die Stimmung ist ausgelassen, aber es gibt auch kritische Stimmen zur Neuorganisation. «Ich finde es sehr schade, findet der Weltcupauftakt nicht mehr auf dem Märitplatz im Dorf statt. Es war immer sehr cool, wie die Fahrer an der Tyrolienne auf die Bühne heruntergelassen wurden», bedauerte etwa Skifan Luana Keller (13).

«Die Piste sieht sehr gut aus», sagt Rennleiter Hans Pieren, 1992 Zweiter an seinem Hausberg. 130 Leute arbeiten in der Nacht auf Samstag am Berg, damit es kommt, wie Pieren sagt: «Ich kann euch garantieren, das gibt einen Kracher!»

Berner Zeitung

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