Mürren

Schilthornbahn will Inder und Chinesen auf die Piste locken

MürrenMit einem neuen Angebot will die Schilthornbahn Gäste aus wachsenden Märkten wie Indien oder Katar für Wintersport begeistern.

Auf die Pisten trauen sich nur die wenigsten Be­sucher aus Ländern, wo man Schnee nur aus der Gefriertruhe kennt.

Auf die Pisten trauen sich nur die wenigsten Be­sucher aus Ländern, wo man Schnee nur aus der Gefriertruhe kennt. Bild: Bruno Petroni

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Schnee fasziniert Gäste aus warmen Ländern wie Indien oder Katar bei ihrem Besuch im Berner Oberland. «Bei uns kommen viele Menschen zum ersten Mal überhaupt damit in Berührung», sagt Schilthornbahn-Direktor Christoph Egger. Mitarbeiter haben in den vergangenen Jahren sogar ­einige Kubikmeter der weissen Pracht mit Planen abgedeckt, damit die weit gereisten Gäste auch im Sommer Schnee zum Anfassen finden.

So gross die Begeisterung auch ist: Auf die Pisten trauen sich nur die wenigsten Be­sucher aus Ländern, wo man Schnee nur aus der Gefriertruhe kennt. Das will die Schilthornbahn nun ändern. Auf Birg, gut 2600 Meter über dem Meer, will das Unternehmen ab kommenden Winter Schneeerlebnisse für alle zugänglich machen. «Skyline Snow Experience Birg», heisst das Projekt. Nur wenige Schritte von der Station entfernt haben Gäste die Möglichkeit, mit Reifen eine Art Schneerutschbahn hinunterzusausen. Dazu kommen eine 350 Meter lange Tyrolienne und Iglus, wie die Schilthornbahn in einer Medienmitteilung schreibt.

Die Chinesen kommen

Erste Erfahrungen auf Skiern unter professioneller Anleitung sind in der Erlebniswelt ebenfalls möglich. Neue Gästesegmente hat der Wintersport bitter nötig. Im Schweizer Branchenschnitt verzeichneten die Bergbahnen in diesem Segment in den letzten Jahren einen stetigen Rückgang von rund drei Prozent pro Saison. Hoffnung setzen die Wintersportgebiete seit einiger Zeit auf die Asiaten. Auch weil die beiden nächsten Olympischen Winterspiele (2018 in Südkorea und 2022 in China) in Fernost stattfinden. Bis zu 40 Millionen Ersteintritte erhoffen sich allein die Skiresorts im Reich der Mitte bis 2022, wie die NZZ schreibt. Zum Vergleich: Laut dem Branchenverband Seilbahnen Schweiz verzeichneten die Skigebiete in der Schweiz in der Saison 2015/2016 gesamthaft 21,6 Millionen Ersteintritte.

Kampf um die Ski-Exoten

Neu ist die Idee der Schilthornbahn nicht: Auch auf dem Jungfraujoch werden Gäste mit Snowtubing oder Tyrolienne auf den Schnee gelockt. Gleiches gilt für den Titlis im Kanton Obwalden. «Solche Erlebniswelten, wie wir sie nun auf Birg schaffen, sind ein grosses Bedürfnis», sagt Christoph Egger. Es gelte nun, beim Kampf um die Gunst der Wintersport-Exoten von Anfang an dabei zu sein.

Investitionen in Beschneiung

Zunächst ist die Schnee-Erlebniswelt auf Birg als Versuch ausgelegt: «Die Kosten für die Infrastruktur ist gering», sagt Egger. Für die Gästebetreuung sollen Mitarbeiter der Skischule zum Einsatz kommen. Je nach Schneelage will die Schilthornbahn die Erlebniswelt bis im Frühsommer betreiben. Für den konventionellen Skibetrieb hat das das Unternehmen zur kommenden Saison hin ebenfalls investiert: Die Erweiterung der Beschneiungsanlage der Pisten an den Sesselbahnen Allmiboden, Maulerhubel und Teilen der Sesselbahn Winteregg dient vor allem den Gästen, die via Grütschalp ins Skigebiet kommen. Rund ein Drittel der Wintersportler gelangen so auf die Pisten. «Durch die verbesserte Beschneiungsinfrastruktur wird der Zugang über diese Achse weiter verbessert», sagt Egger. (Berner Oberländer)

Erstellt: 22.09.2017, 21:29 Uhr

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