Schilthornbahn: Erste Funifor-Pendelbahn in der Schweiz

Mürren

Zum Ausbauprojekt «Schilthornbahn 20xx» sind neue Details bekannt geworden. Der Herstellerentscheid für die Seilbahn ist gefällt.

In den Sektionen Mürren-Birg und Birg-Schilthorn kommen Funifor-Kabinen zum Einsatz. Visualisierung: PD

In den Sektionen Mürren-Birg und Birg-Schilthorn kommen Funifor-Kabinen zum Einsatz. Visualisierung: PD

«Im Projekt der neuen Schilthornbahn 20xx wurden weitere Meilensteine gesetzt», teilte die Schilthornbahn AG am Freitag in einem Communiqué mit.

Die Öffentlichkeit wurde erstmals im Herbst 2018 über die Modernisierungspläne des Unternehmens orientiert. Die Kosten des gesamten Bauprojekts sind auf 90 Millionen Franken veranschlagt. Inzwischen sind die Planungsarbeiten vorangeschritten.

Und der Herstellerentscheid für die neue Seilbahn ist gefällt: Der Auftrag geht an die Doppelmayr-Garaventa-Gruppe mit Hauptsitz in Österreich und einer Niederlassung in Goldau im Kanton Schwyz.

Kompaktere Bauweise

In den Sektionen Mürren-Birg und Birg-Schilthorn kommt – erstmals in der Schweiz – das sogenannte Funifor-System zum Einsatz. Dieses sei aufgrund seiner breiten Tragseilführung sowie einem Gehänge von lediglich 2 bis 3 Metern sehr windstabil, wie Schilthornbahn-Direktor Christoph Egger erklärt. «Das Gehänge herkömmlicher Kabinen, wie wir sie heute bei der Schilthornbahn haben, ist zwischen 6 und 10 Meter lang.» Die kompaktere Bauweise des Funifor-System reagiere insbesondere auf Querwinde deutlich weniger empfindlich.

Zwischen Mürren und Birg kommt man künftig mit nur noch einer statt bisher zwei Stützen aus. Die Sektion Birg-Schilthorn wird komplett stützenlos gebaut. Klar ist jetzt auch, dass die direkte Pendelbahn zwischen Stechelberg und Mürren mit zwei anstatt drei Stützen gebaut wird. Die bisherige Stütze der Transportbahn im Unterdorf von Mürren wird nicht mehr benötigt, weil das Tragseil bei der Montage fest verankert wird und deutlich stärker gespannt werden kann. «Bei der heutigen Bahn erfolgt die Spannung mit einem Betonklotz», so Egger.

Konzept für die Stationen

Bereits im Herbst hat die Schilthornbahn eine Bildmontage der künftigen Station Birg veröffentlicht. Allerdings sei bis heute nicht klar, wie die Stationen dereinst aussehen. Die Schilthornbahn ist Teil des Seilbahninventars Schweiz, deshalb werdenbesondere Ansprüche an die Architektur und Landschaftseinbettung der Stationsgebäude gestellt.

«Gemeinsam mit dem Bundesamt für Kultur, der kantonalen Denkmalpflege und dem Heimatschutz Schweiz wird die Schilthornbahn in den nächsten 6 Monaten ein einheitlichesGestaltungskonzept für dieStationen erarbeiten», steht in der Medienmitteilung. Gemäss Christoph Egger beginnen diese Arbeiten unmittelbar.

Die Überbauungsordnung befindet sich derzeit beim Kanton Bern in der Vorprüfung. Eine öffentliche Auflage soll im Spätsommer erfolgen. «Im November möchten wir das Projekt an der Gemeindeversammlung von Lauterbrunnen vorbringen», so Egger. Das Ziel lautet derzeit, im ersten Quartal 2020 das Baugesuch beim Bundesamt fürVerkehr einzureichen. Die Bauarbeiten beginnen frühestens im Jahr 2021.

Berner Oberländer

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