Romeo und Julia harmonieren gut

Die Vorbereitungen für die Jubiläumsinszenierung des Landschaftstheaters Ballenberg laufen gut. «Romeo und Julia auf dem Dorfe» sind bereit.

Wie wird ihre Liebesgeschichte auf dem Ballenberg ausgehen? Saladin Dellers und Aline Beetschen spielen das junge Liebespaar in «Romeo und Julia auf dem Dorfe».

Wie wird ihre Liebesgeschichte auf dem Ballenberg ausgehen? Saladin Dellers und Aline Beetschen spielen das junge Liebespaar in «Romeo und Julia auf dem Dorfe».

(Bild: Anne-Marie Günter)

1991 startete das Landschaftstheater Ballenberg mit der als Schauspiel umgesetzten Novelle «Romeo und Julia auf dem Dorfe» von Gottfried Keller. Ein Stück wie geschaffen für das Freilichtmuseum: Der Zürcher Schriftsteller siedelte das junge Liebespaar, das an der Fehde seiner Väter zerbricht, im bäuerlichen Milieu an. Es lag deshalb nahe, für die 25. Inszenierung wieder «Romeo und Julia auf dem Dorfe» zu spielen. Heinz Stalder als Autor der Schauspielfassung stand zur Verfügung und hat seine damalige Version überarbeitet. 1991 begleitete ein 300-köpfiges Publikum das junge Liebespaar Vrenchen und Sali von Ort zu Ort, bis es auf einem Boot im Wyssensee verschwand. «Die Leute waren sehr ergriffen, geklatscht hat niemand», erinnert sich Stalder.

Beim Weinbauernhaus

Dieses Jahr wirds anders sein: Spielort ist der Platz vor dem Weinbauernhaus aus Richterswil, die Tribüne hat 700 Sitzplätze. Was mit den beiden unglücklich liebenden Bauernkindern Sali und Vreneli zuletzt passiert, verriet Regisseur Andreas Zimmermann am Dienstag an einer Medienorientierung nicht. Nur so viel: «Wir spielen Keller.» Gottfried Keller (geboren 1819) liess die beiden Bauernkinder, von ihren Vätern in eine ausweglose Situation gedrängt, sich auf einem Heuschiff lieben. Erst am nächsten Tag fand man das Heuschiff und die Toten flussabwärts. «Wir mussten den Text stark kürzen, jedes Wort hat mich geschmerzt», sagte Heinz Stalder.

Andreas Zimmermann ist der Regisseur der 25. Auffhührung des Landschaftstheaters Ballenberg.
(Bild: Anne-Marie Günter)

1991 dauerte die Aufführung dreieinhalb Stunden, 2019 werden es anderthalb Stunden sein. Kellers Figur des schwarzen Geigers, Fahrender und ums Erbe betrogener Verwandter der beiden Väter, wurde gestrichen. «Wir setzen den Fokus auf das junge Paar», sagte Zimmermann.

Das Liebespaar

So waren am Dienstag nicht nur Trägervereinspräsident Lorenz Hess und Geschäfts- und Produktionsleiter Christian Sidler vor Ort, sondern auch Aline Beetschen und Saladin Dellers. Aline Beetschen war gesetzt: Sie hat als Uelis Vreneli in zwei Gotthelf-Inszenierungen die Zuschauer berührt. Aktuell steht sie als Theaterstudierende vor dem Bachelorabschluss an der Hochschule für Künste in Bern. Im Casting für den Sali hat Saladin Dellers überzeugt. Er hat an der Kunstuniversität Graz studiert und bei Film- und Schauspielproduktionen mitgewirkt. «Es ist doch ein Traum, den jungen Liebhaber zu spielen», sagte er leicht ironisch. Er findet es spannend und lehrreich, auf einer grossen Bühne mit sehr erfahrenen Laiendarstellern zu spielen. Und die Chemie mit Vreneli stimme.

Aline Beetschen findet es eine schöne Geschichte, romantisch und auch ein wenig kitschig, genau so, wie sie es mag. Die Inszenierung siedelt Romeo und Julia irgendwo in der Neuzeit an. Sie soll ein Gesamtbild werden, mit dem Aufzeigen von Konflikten, wie sie auch heute gerade im bäuerlichen Milieu noch auftreten könnten. Mit Menschen und Tieren, aber auch mit den Naturgeräuschen wie Bach und Wind. Dazu wird die Pianistin Ruta Lenciauskaite, die Zimmermann aus seinem Netzwerk kennt, live spielen.

Berner Oberländer

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