Postauto tauscht die Partner

Meiringen

Postauto beendet die Zusammenarbeit mit der Autoverkehr Grindelwald AG in Meiringen. Als neuer Partner wird die Flück Reisen AG aus Brienz die fünf Strecken übernehmen.

Die kurvenreiche Strecke Grindelwald–Schwarzwaldalp wird auch in Zukunft von der Autoverkehr Grindelwald AG betrieben, die Weiterfahrt nach Meiringen übernimmt bald die Flück Reisen AG als Postauto-Unternehmen.

(Bild: Andy Mettler (Swiss Image))

Die Autoverkehr Grindelwald AG (AVG) betreibt im Auftrag von Postauto Bern seit 1999 die Postauto-Linien im Raum Meiringen; zudem bestehe in weiteren Bereichen eine langjährige Zusammenarbeit und Geschäftsbeziehung. Zumindest mit der Zusammenarbeit in Meiringen ist bald Schluss, wie aus einer am Montag veröffentlichten Mitteilung der AVG hervorgeht.

«Der Entscheid von Postauto, die fast 20 Jahre dauernde gut funktionierende Zusammenarbeit auf den 9. Dezember 2018 zu beenden, überrascht unsere Unternehmung und die betroffenen Mitarbeitenden sehr», schreibt das Ober­länder Busunternehmen.

Beide Unternehmen hätten die partnerschaftliche Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren stets positiv beurteilt. In den durch Postauto jährlich durchgeführten Beurteilungen habe die Autoverkehr Grindelwald AG stets ­gute Noten für ihre Tätigkeit als Postauto-Unternehmung erhalten.

Übernahme als Grund?

Ja, überrascht ist man in Grindelwald, aber einen Verdacht über den Hintergrund dieser Entscheidung gibt es ebenfalls. So hat die AVG Ende 2017 bekannt gegeben, dass mit der in Thun ansäs­sigen Verkehrsbetriebe STI AG (STI) eine Nachfolgelösung vereinbart wurde.

Die STI wird per 1. Januar 2019 die Aktien übernehmen und die AVG als eigenständiges Unternehmen weiterführen (wir haben berichtet). «Wir sind eigentlich davon aus­gegangen, dass die Zusammenarbeit mit Postauto auch unter dem neuen Eigentümer weitergeführt worden wäre», sagt Peter Balmer, Inhaber und Geschäftsführer der Autoverkehr Grindelwald AG.

Doch nun sehe es so aus, als ob die Kündigung in Meiringen mit der Übernahme durch die STI zusammenhänge.

«Stellen bleiben erhalten»

Dass diese Sicht nicht aus der Luft gegriffen ist, bestätigt Postauto-Mediensprecher Urs Bloch: «Der Verkauf bot Anlass, die ­Situation im Berner Oberland vertieft zu prüfen.»

Nach einem intensiven Prozess habe man sich für das Postauto-Unternehmen Flück Reisen AG aus Brienz entschieden, welches die fünf Li­nien der AVG in Meiringen, Innertkirchen–Guttannen (171), Innertkirchen–Gadmen (172), Geissholz–Meiringen–Unterbach–Brienzwiler (174), Innertkirchen–Grimsel–Oberwald (161) und Meiringen–Rosenlaui–Schwarzwaldalp (164), übernehme.

Und die Erklärung liefert Bloch gleich hinterher: «Durch die Nähe der Betriebshöfe Brienz und Meringen werden die Abläufe einfacher. Die Flück Reisen AG fährt bereits die beiden Li­nien Brienz–Ballenberg–Brünig–Hasliberg (151) und Brienz–Axalp (152) und wird nun ab Januar 2019 zum starken Partner im Gebiet Brienz–Oberhasli.»

Mit der STI führt Postauto nach Auskunft von Bloch die Zusammenarbeit in anderen Geschäftsfeldern wie bis anhin weiter, im Bereich Bahnersatz werde sie im Moment sogar neu aufgebaut und werde sie künftig «sehr eng» sein. Und: «Für die Fahrgäste ändert sich nichts, und die Stellen bleiben erhalten: Die Fahrerinnen und Fahrer des Betriebshofs Meiringen wurden vor Ort informiert und erhalten das Angebot, zu gleichen Bedingungen zu Flück Reisen zu wechseln.»

Zwei Konzessionen

Eine Änderung könnte es nach Ansicht der AVG aber doch geben. Seit 2015 betreibt die AVG die Linie Grindelwald–Schwarzwaldalp–Meiringen als Transportbeauftragte von Postauto als eine Strecke (kein Umstieg in der Schwarzwaldalp). Damit könnte es ab Sommer 2019 vorbei sein, da Postauto und AVG jeweils nur die Konzession für einen Abschnitt auf dieser Strecke besitzen.

Berner Oberländer

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