Nur Aktionäre kommen in den VR

Mürren

Die Schilthornbahn AG passt ihre Statuten an. Doch die Generalversammlung Mürren entschied gegen den Willen des Verwaltungsrates, dass nur wer Aktien besitzt, in dieses Gremium gewählt werden darf.

Die Schilthornbahn beförderte 2018 mehr Personen als je zuvor.

Die Schilthornbahn beförderte 2018 mehr Personen als je zuvor.

(Bild: Bruno Petroni)

Samuel Günter@samuel_guenter

«Seit vierzig Jahren wirke ich bei Generalversammlungen der Schilthornbahn mit. Und die 40. war die längste», erklärte Verwaltungsratspräsident Peter Feuz am Freitag im Alpinen Sportzentrum Mürren.

Dort, wo er rund zweieinhalb Stunden zuvor die Generalversammlung eröffnet hatte. Der Grund für die lange Dauer waren nicht etwa schlechte Zahlen. Nein, diese machten mit neuen Rekorden bei Frequenzen und Ertrag den Aktionären Freude. Es war eine Statutenänderung, die die Versammlung in die Länge zog.

«Die aktuellen Statuten stammen aus dem Jahr 1994 und sind nicht mehr zeitgemäss», erklärte Feuz. Inzwischen ­hätten sich nicht nur die gesetzlichen Bestimmungen geändert, sondern auch die Sprache.

«So ist es richtig, dass Statuten heutzutage geschlechts- und wertungsneutral formuliert sind. Das interessierte 1994 noch nicht gross.» Angepasst wurden die Abläufe bei Adressänderungen der Aktionäre, der Ablauf bei Übertragungen von Aktien und die Grösse des Verwaltungsrates.

Dieser setzt sich neu aus fünf bis neun und nicht mehr fünf bis fünfzehn Mitgliedern zusammen. Unverändert müsse zwei ihren Wohnsitz in der Gemeinde Lauterbrunnen haben.

Das alles war unbestritten. Zu Diskussionen Anlass gab aber, dass die Verwaltungsräte neu nicht zwingend Aktionäre der Schilthornbahn sein müssten. «Es schadet den Verwaltungsräten sicher nicht, wenn sie den Aktienkurs im eigenen Portemonnaie spüren», meinte ein Votant.

Als Zeichen der Identifikation könne man von den Verwaltungsräten schon erwarten, dass sie sich ein paar Aktien kauften, sagte ein anderer. Aus dem Plenum kam der Antrag, auch in den neuen Statuten festzuhalten, dass die Verwaltungsräte Aktionäre sein müssen.

«Wir haben auch juristische Personen als Aktionäre», erklärte Feuz. Und diese würden dann eben jemanden in den Verwaltungsrat delegieren. Von der Person könne man nicht verlangen, Aktien zu kaufen, sie vertrete ja einen Aktionär.

Mit dieser Argumentation erreichte Feuz nicht die Mehrheit der Aktionäre: Über 55 Prozent des Aktienkapitals sprachen sich für den Antrag aus dem Plenum aus. Die so angepassten Statuten wurden dann genehmigt.

Das Aktienkapital wird erhöht

Zu deutlich weniger Diskussionen gab das andere ausserordentliche Traktandum Anlass: eine Aktienkapitalerhöhung um 10 Prozent. Dies werde dafür gebraucht, das Projekt Schilthornbahn 20xx zu realisieren. Den Neubau der Schilthornbahn. Geschätzte Kosten: 90 Millionen Franken.

Direktor Christoph Egger stellte den Aktionären das Projekt vor. Es sieht drei neue Gondeln vor: von Stechelberg nach Mürren, von Mürren nach Birg und von Birg aufs Schilthorn.

Die bestehenden Gondelbahnen von Stechelberg nach Gimmelwald und von Gimmelwald nach Mürren sollen laut Egger aber weiterbetrieben werden, da diese für die Bevölkerung wichtig seien. Die Aktionäre stimmten der Aktienkapitalerhöhung zu.

Mehr Gäste, höherer Ertrag

Wie eingangs erwähnt, konnten die Verantwortlichen erfreuliche Zahlen präsentieren. «Alle Anlagen zusammen weisen eine Frequenzzunahme von 17,4 Prozent auf», sagte Egger.

Und auch der Unternehmensertrag fiel 8 Prozent höher aus als im Vorjahr. Unter dem Strich resultiert ein Jahresgewinn von 1,67 Millionen Franken. Daraus wird eine Dividende von 40 Franken pro Aktie ausgeschüttet.

Besonders erfreulich sei die Entwicklung im Wintersport, wo ein klarer Aufwärtstrend spürbar sei.

Dies sei einerseits auf die gute Schneelage und die gesteigerte Schneesicherheit durch den Ausbau der Beschneiungsanlage zurückzuführen, erklärte Egger. «Aber anderseits auch auf die innovative Angebotsentwicklung.»

Berner Oberländer

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