«Mut tut gut»

Beatenberg

Abenteuer und Spass erleben Jugendliche aus benachteiligten Familien im Kovive-Camp. Eine Mutprobe war die Kletterpartie an einer Felswand hoch über Wilderswil.

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«Ängste sind natürlich da. Es geht darum, sich auszuprobieren und sich etwas zu getrauen», erklärte Michael Ingold, Sportkletterleiter Jugend + Sport von Drudel 11, Erlebnispädagogik und Umweltbildung Bern.

Gemeinsam mit Kovive führt Drudel 11 das Sommercamp «Mut tut gut» durch. Für die 18 Kinder und Jugendlichen (10 bis 13) Jahre, die derzeit das Kovive-Camp im Hubelhuus in Beatenberg erleben, war das Klettern an einer Felswand ob Wilderswil die grosse Mutprobe.

Abenteuer Kletterpartie

Helena (11) aus Zürich: «Wir haben bisher in Workshops gelernt, wie man Feuer macht, Karten liest, das Taschenmesser gebraucht und im Wald keine Spuren hinterlässt. Vor dem Klettern und Abseilen habe ich jetzt aber doch etwas Schiss.»

Am Vortag hatten die Mädchen und Jungen aus sozial schwachen Familien, die sich vorher nicht kannten, mit Kletterleiter Ingold die Ausrüstung anprobiert: «Alle haben Sicherheitsknoten gelernt und sind im Klettergurt gehangen, um sich einzufühlen.»

Das Betreuerteam der Kletterpartie hatte am Dienstagmorgen Sicherheitsinstallationen in die Felswand eingebaut. Ingold: «Im Fels sind diverse Stufen mit Glöckchen markiert. Jedes Kind bestimmt selbst, ob es genug gewagt hat oder noch höher klettern will.» Betreuer Sandro Wanzenried sprach den Kindern Mut zu: «Es geht darum, dass sie an ihre Grenzen gehen und darüber hinaus und merken, ich kann etwas.»

In den Kovive-Camps fördern pädagogisch geschulte Betreuer gezielt die Sozial- und Selbstkompetenzen der Kinder für eine nachhaltige Entwicklung. Bea­trice Trinkler, Projektverantwortliche: «Wir erhalten oft positive Rückmeldungen, etwa von den Sozialdiensten oder den Eltern. Die Kinder lernen viel Neues in den Camps und erleben eine unbeschwerte Zeit.»

Während die Hälfte der Kinder im Wald das Mittagessen vorbereitete, stiegen die anderen neun in die 15 Meter hohe Steilwand oder liessen sich von oben abseilen. Betreuerin Stefanie gab Hilfestellung beim Start; Michael Ingold überwachte das Abseilen.

Alles lief glatt. Begeistert berichten die Mädchen und Jungen von ihrem Erlebnis: «Ich hatte etwas Höhenangst und habe mich nicht höher als etwa 4 Meter getraut», so Chiara (11) aus dem Thurgau. Nicht bis ganz oben kletterte auch Joel (11) aus der Region Bern: «Weil es Spinnen in den oberen Grifflöchern hatte, wollte ich nicht dreinlangen. Am besten hat mir das Abseilen gefallen.»

Mit Tempo und viel Mut stieg die klettererfahrene Lara (12) aus Langenthal bis zur zweitobersten Stufe: «Ich war etwas nervös, meine Beine haben gezittert, doch ich hatte mein Ziel vor Augen.»

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