Kunststoff gegen die Sommerhitze

Adelboden

Ein Schneehaufen wurde zur Konservierung eingepackt. Doch für die Initianten des Snowfarming bleibt noch einiges zu tun.

Auf der Tschentenalp wird ein riesiger Schneehaufen mit Plastikfolie und Dämmmatten eingepackt.

(Bild: pd)

«Es ist schweizweit eine Premiere», sagt Werner Buchholz, Vorstandsmitglied im Verein Trainingszentrum Adelboden. An diesem Wochenende soll der 24 000 Kubikmeter grosse Schneehaufen definitiv sommerfest gemacht werden.

Diesen will man im Herbst nutzen, um Ende September, ab Oktober einen ökologischen Skibetrieb mit einer rund 500 Meter langen und 60 Meter breiten Skipiste für den Skinachwuchs zu betreiben. «Rund 100 freiwillige Helfer standen am letzten Wochenende im Einsatz, um den Schnee einzupacken.»

Bis 15 Prozent Verlust

Das geschah mittels zehn Zentimetern Wärmedämmplatten, wie sie beispielsweise im Hausbau zur Isolierung verwendet werden. Die Platten wurden anschliessend zusätzlich mit einer speziellen Kunststofffolie und einem ­isolierenden Flies abgedeckt.­«Dieses Wochenende werden die letzten Arbeiten ausgeführt», sagt Buchholz.

Diese Art der Schneeaufbewahrung – Snowfarming genannt – gab es bisher nicht. «In Davos wird der Schnee auf einem Parkplatz gelagert und mit Sägemehl zugedeckt.» In Adelboden wird der Schnee auf einer Alpweide gelagert, an einer Geländeschulter, damit Schmelzwasser gut abfliessen kann. «Wir sammeln jetzt Erfahrungswerte», sagt Buchholz.

Ähnliche Projekte etwa in Kitzbühel hätten gezeigt, dass mit einem Verlust von rund 10 bis 15 Prozent der Schneemasse zu rechnen ist. Vorgesehen ist ein fünfjähriger Versuchsbetrieb, das Regierungsstatthalteramt Frutigen-Niedersimmental erteilte dafür eine auf fünf Jahre befristete Bewilligung. «Es wird kein Schnee technisch produziert oder zugeführt», was natürlich viel weniger Energie benötige, erklärt Buchholz.

Aber was ist mit der ganzen Kunststofffolie und den Dämmplatten? «Diese werden wir natürlich im Herbst nicht wegwerfen, sondern in einem ­Depot im Gelände aufbewahren». Wegwerfen wäre nicht nur ­ökologisch sinnlos, sondern käme auch finanziell teuer zu stehen. Für den Betrieb des Snowfarming rechnet der Verein im ersten Jahr mit Kosten von rund 200'000 Franken.

«Rund 100 freiwillige Helfer standen am letzten Wochenende im Einsatz, um den Schnee einzupacken», sagt Werner Buchholz, Vorstandsmitglied im Verein Trainingszentrum Adelboden.

Berner Oberländer

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