Grindelwald

Kunst, fantasievoll wie die Natur

GrindelwaldTatort Natur: Ein wildromantischer Bergbach neben der jungen ­Lütschine unterhalb der Gletscherschlucht inspiriert elf Teams mit Künstlern aus fünfzehn Nationen. Bis zum Samstag verwandeln sie die ­natürliche Landschaft in eine ­Landart-Kunstgalerie.

Noch wird an den natürlichen Kunstobjekten gebaut und gewerkelt. «Ein fremdes Objekt», so der Arbeitstitel der entstehenden Skulptur der Bildhauer  Geert Schiks aus den Niederlanden (links) und Kestuits Lanauskas aus Lettland. Bis zum Samstag wird sich das Rätsel lüften.

Noch wird an den natürlichen Kunstobjekten gebaut und gewerkelt. «Ein fremdes Objekt», so der Arbeitstitel der entstehenden Skulptur der Bildhauer Geert Schiks aus den Niederlanden (links) und Kestuits Lanauskas aus Lettland. Bis zum Samstag wird sich das Rätsel lüften. Bild: Peter Wenger

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«Am Anfang steht die Suche nach einem geeigneten Platz. Die Stelle ist sehr wichtig. Hier entwickeln sich erste Ideen. Wie kann ein ‹fremdes Objekt› zum Blickpunkt werden, einen Kontrast zur natürlichen Umgebung schaffen?», fragt sich Geert Schiks aus den Niederlanden.

Zusammen mit Kestuits Lanauskas aus Lettland, ebenfalls international tätiger Bildhauer, steht er im kal­ten Bergbach. Mit Schubkarren schaffen sie passende Steine heran. Mit viel Gefühl schichten sie das schwere Material zu einer Insel oder einem steinernen Boot auf. So genau ist das Werk nach zwei Tagen noch nicht erkennbar, und sein Titel «Ein fremdes Objekt» lässt vieles offen.

Die Vergänglichkeit

Kunst auf Zeit, als würden die fantasievollen Objekte aus der Natur hervorwachen. Still und beschaulich. Totes Holz, Steine, gezeichnet von der Reise durch die Gletscherschlucht, werden zu neuem Leben erweckt. Ein Aufblühen auf Zeit, bis Sonne und Hitze, Regen und Frost ihren Tribut fordern.

Unter den Augen vieler Wanderer nehmen die Kunstwerke der elf Teams langsam aber stetig Gestalt an, bis sie sich am Samstag in voller natürlicher Schönheit präsentieren. Bei einem gemeinsamen Rundgang werden die Objekte von den Künstlern selber beurteilt und die unterschiedlichsten Arbeiten gewürdigt.

Dabei werden weder Noten verteilt noch Ranglisten aufgestellt. Eine geschickte Art, die gute Gemeinschaft unter den verschiedenen Teams noch mehr zu festigen.

Erfolgreicher Sommerevent

Seit neunzehn Jahren ist die Landart in Grindelwald ein wichtiger kultureller Sommerevent. Auf eindrückliche Art, still und ohne grosses Aufsehen ist es gelungen, einen Event der natürlichen Art zu etablieren. Ein Anlass, der weit über die Grenzen hinaus Naturfreunde und Kunstliebhaber begeistert.

Ins Leben gerufen wurde die nachhaltige Idee vom künstlerischen Leiter der Landart, Peter Hess, ehemaliger Meisterflorist aus Allschwil, Organisator von Festivals rund um die Welt.

Unterstützt wird Peter Hess von einem eigens gegründeten Verein mit Emanuel Schläppi als Präsident und Hans Schlunegger als technischem Leiter. Margrit Brawand und die Fotografin Marianne Scheitlin kümmern sich um das Marketing. Ziel des Vereins ist, den Kulturanlass Landart im Gletschertal zu sichern.

Die Würdigung der Skulpturenfindet diesen Samstag ab 11.45 Uhr statt. (Berner Zeitung)

Erstellt: 15.06.2017, 09:51 Uhr

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