Klares Ja zur Kennzeichnung von Airbnb

Interlaken

Mit einem klaren Ja haben die Bürgerinnen und Bürger von Interlaken die Melde- und Kennzeichnungspflicht für Airbnb-Wohnungen angenommen.

In Interlaken gelten bald neue Airbnb-Bestimmungen.

In Interlaken gelten bald neue Airbnb-Bestimmungen.

(Bild: Bruno Petroni)

Wer in Interlaken Gästen eine Ferienwohnung vermietet, muss Kurtaxe zahlen – auch, wenn das Geschäft über Internetplattformen wie Airbnb läuft. Das war schon bisher so; allerdings war es nach Einschätzung von Behörden und Fachleuten nicht allen bewusst, so dass der Tourismusorganisation Interlaken (TOI) beim Plattform-Wohnungs-Boom der letzten Jahre auf dem Bödeli hohe Beträge entgangen sein dürften. Zudem beklagten Hoteliers und Ferienwohnungsvermieter, die ihre Beiträge bezahlten, den wirtschaftlichen Nachteil gegenüber den Nichtzahlern.

Um das Bewusstsein für die Beitragspflicht und die Transparenz im Markt der Buchungsplattformen zu verbessern, sprach sich der Grosse Gemeinderat einstimmig für die Anpassungen des Kurtaxen-Reglements aus. Dieser Beschluss wurde am Sonntag von 92 Prozent der Stimmenden bestätigt.

Einheitlich kennzeichnen

Damit ist Meldepflicht für Übernachtungen, die von Buchungsplattformen vermittelt wurden, nun ausdrücklich im Reglement festgeschrieben. Dazu kommt neu die Pflicht, alle Ferienwohnungen, -studios und -zimmer, die an Gäste vermietet werden, nach aussen einheitlich zu kennzeichnen.

Weil es immer wieder Probleme gibt mit Gästen, die zum Beispiel den Abfall nicht ordentlich entsorgen oder wild parkieren, muss zudem neu für jede solche Wohnung eine verantwortliche Person bezeichnet werden, die im Verwaltungsbezirk Interlaken-Oberhasli wohnt und bei Bedarf gerufen werden kann.

Mehr Transparenz

«Das deutliche Abstimmungsresultat ist sogar noch besser als erwartet ausgefallen», erklärte Gemeindepräsident Urs Graf auf Anfrage und freut sich über die klare Zustimmung für transparentere Verhältnisse. Dass die Vorlage die Stimmberechtigten beschäftigte, aber weitgehend unbestritten war, zeigte die Stimmbeteiligung, die mit 44,5 Prozent diejenige für die eidgenössischen Vorlagen nur leicht übertraf.

Die Anpassungen treten auf den 1. Juli in Kraft. Die Detailbestimmungen, wie die Schilder für genau aussehen sollen, werden bis Herbst in einer Arbeitsgruppe der Gemeinden Unterseen, Interlaken, Matten, Gsteigwiler, Saxeten und Wilderswil ausgearbeitet, die der Tourismusorganisation angeschlossen sind. Ziel ist, dass die Gemeinden diese Verordnung im Herbst beschliessen können.

Berner Oberländer

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