Interlaken

Innovation mit Badewasser und Käse

InterlakenHofkäse aus Feutersoey und Hotpots auf dem Brienzer Quai: Die Volkswirtschaft Berner Oberland hat ihre Innovationspreise für Berglandwirtschaft und Tourismus vergeben.

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Rund 250 Gäste aus Wirtschaft und Politik folgten der Einladung der Volkswirtschaft Berner Oberland zum Neujahrsapéro und zur Vergabe ihrer beiden mit 3000 Franken dotierten Preise für innovative Projekte in der Berglandwirtschaft und im Tou­rismus.

Der Event fand im Theatersaal des Congress Centre Kursaal in Interlaken statt, dessen von Leuchtbirnenreihen und Malereien geprägtes Ambiente für reichlich Preisverleihungsglamour sorgte. Im Vorfeld hat eine Jury drei Projekte aus der Berglandwirtschaft und vier aus Tourismuskreisen nominiert.

Diese wurden per Videos vorgestellt, und die beiden Laudatoren, Künstler Heinrich Gartentor und Tourismusfachfrau Regi Wittwer, erzeugten Spannung, bevor sie schliesslich die Hofkäserei Spitzhorn in Feutersoey und die Winter-Hotpot-Anlage auf dem Brienzer Quai als Sieger vorstellten.

Spitzhorn-Käse bereit

Die Biolandwirte Thomas Schläppi in Gstaad Grund und David Perreten in Feutersoey haben vor drei Jahren beschlossen, in Feutersoey auf dem Hof selber zu käsen und so für Mehrwert sorgen. «Es ist handwerklich hergestellter Käse», sagt Schläppi. Das Angebot ist weitgesteckt, und es wird weiter an Käseneuheiten getüftelt.

«Mit Schoggi hats nicht geklappt», erzählte Schläppi. Markenzeichen wird der jetzt nach drei Jahren reife Spitzhorn-Bergkäse sein. Namensgeber sei der markante Berggipfel, und die Milchlieferantinnen, sagte Gartentor, würden Hörner tragen. Viel Lob erhielten auch Niklaus Hari aus Reichenbach für seine bewährte und immer weiterentwickelte Biogasanlage und der gelernte Landwirt Frédéric Am­stutz, der in Uetendorf mit seiner Firma Espro GmbH Sprossen, Mikrokräuter, Blumen und Pilze produziert, die unzählige Teller be­reichern.

Am See wirds warm

In Sachen Tourismus war das Feld der Nominierten weitgesteckt. Im Rennen war die Stockhorn AG, die Menschen mit einer Gehbehinderung eine Bergseerundwanderung mit dem Spezialrollstuhl Mountain Drive No Limits möglich macht. Nominiert war auch die Nordic Arena Kandersteg, wo Ende Januar die Junioren ihre Weltmeisterschaft im nordischen Skisport austragen werden.

Erleben kann man die Schanzen als Nichtskispringer beim Tubing-Angebot, und da gehts rassig talwärts. Mit der Hotel­kooperation Frutigland bündeln 13 Hotels ihre Kräfte, sodass vermehrt in die Qualität investiert werden kann. Überraschend ist das Siegerprojekt: Am Brienzer Quai entstand auf die Saison 2016/2017 in ungewöhnlich kurzer Zeit und ohne viel Aufhebens eine eindrücklich grosse Winter-Outdoor-Wellness-Anlage mit Hotpots, Saunahäuschen und Fonduechalet. Sie bietet eine Traumaussicht, wahlweise Abkühlung im See, Gesprächsstoff und das Potenzial, die Über­nachtungszahlen im Winter zu ­steigern.

Initiant Simon Kunz, Präsident und Geschäftsführer von Brienz Tourismus, hat die Anlage entworfen, um mit für Brienz tragbarem Aufwand ein Winterangebot zu schaffen.

Weltmeister befragt

Qualitätsarbeit im Berner Oberland hob Jürg Grossen, Präsident der Volkswirtschaft, hervor, indem er die beiden Berufsweltmeister Fabien Gyger aus Spiez und Beat Schranz aus Adelboden interviewte. (Berner Oberländer)

Erstellt: 13.01.2018, 12:03 Uhr

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