Hotel Waldrand zum historischen Hotel des Jahres gekürt

Kiental

Das etwas versteckt liegende Hotel Waldrand Pochtenalp nahe der Griesalp ist ein Juwel aus dem Jahr 1910. Die Pächter dürfen sich über die Wahl zum Historischen Hotel des Jahres 2016 freuen.

  • loading indicator

«Die Auszeichnung wird den Bekanntheitsgrad des Hauses sicher steigern. Wir freuen uns, wenn immer mehr Gäste die Einzigartigkeit des Hauses aus dem Jahr 1910 entdecken», sagen Marieken Verbruggen und Bruno Sieber, die Pächter des Hotels Waldrand Pochtenalp.

Sieber hat den Betrieb von der Familie Graber gepachtet und ihn zum Hotel des Jahres angemeldet. Mit seiner Partnerin ist er am Freitag ins Engadin gereist, um die Auszeichnung abzuholen und viele Eindrücke sowie neue Ideen zurückzubringen.

Nur im Sommer geöffnet

Das nur teilweise heizbare Haus ohne Isolation, mit alter Einfachverglasung der Fenster und Dusche im ersten Stock, kann nur im Sommer betrieben werden. «Wir haben Möglichkeiten gesucht, die Saison zu verlängern, haben warme Wolldecken und Bettflaschen angeschafft», sagen die Pächter.

Beide arbeiten sehr gerne in ihrem nostalgischen, kleinen Reich und möchten die Philosophie des einfachen Gebäudes erhalten. Im Parterre sind eine Bodenheizung eingebaut und ein Plattenboden verlegt worden und in die Kücheneinrichtung wurde investiert. Der noch vorhandene originale Holzherd ist aber nicht mehr in Betrieb.

Das Pächterpaar kocht – der Renner sind die Cordon bleus - vorwiegend mit regionalen Produkten, bäckt selber Meringues und der gelernte Werkzeugmacher stellt eben ein Zelt auf, wo während sechs Wochenenden Rock- und Pop-Konzerte stattfinden. Auch die 16 Musikschüler des Schlagzeuglehrers und Tambours Bruno Sieber treten auf.

Geschichte erforschen

Bruno Sieber ist bereits die sechste Sommersaison hier oben. Im Hotel Waldrand Pochtenalp werden 39 Betten angeboten, auch mit Halbpension. Mit den drei Angestellten, viel Herzlichkeit und Freundlichkeit gibt sich das Team Mühe, von Mai bis Oktober einen möglichst guten Service zu bieten.

Sie möchten noch mehr Informationen zur Geschichte des Hotels herausfinden und zeigen stolz die alten Bücher, wo die Gäste 1919 pro Tag Fr. 9.50 plus 20 Rappen für den Strom bezahlten. Im Winter wohnt die Familie in Kiental, Bruno Sieber arbeitet in einem Sportgeschäft und Marieken Verbruggen ist aushilfsweise im Gastrobereich tätig, verbringt im Winter aber bewusst mehr Zeit mit den Kindern.

Liebenswerter Güggel

Das hintere Kiental ist ein urtümliches wildes Tal mit schroffen Felswänden, sprudelnden Bächen, steilen Alpweiden. Das Waldhotel Pochtenalp auf 1450 Metern Höhe ist darin eine Oase der Ruhe, ein Ort zum Sichfinden und ausspannen. Dort erregt Bruno Siebers Irokesenfrisur, ein «güggelroter» Haarkamm, die Aufmerksamkeit der Besucher.

In einer Viertelstunde frisiert er sich mit Föhn und Haarspray. Schon vor Jahren habe seine Coiffeuse experimentiert und er hatte auch schon eine Rastafrisur. Sieber schmunzelt, wenn man ihn darauf anspricht: «Ja, ich falle auf hier. Manchen Leuten gefällts, andern weniger.»

Seine Partnerin Marieken Verbruggen fügt an: «Diese Frisur gehört einfach zu Bruno.» Die popig-rockige Musik, die Indianderfrisur und das altehrwürdige Hotel vertragen sich gut, glauben die Gastwirte. Auf alle Fälle konnten sie die Logiernächte massiv steigern.

www.waldrand-pochtenalp.ch

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt