Haslital Bier wechselt den Produzenten

Oberhasli/Thun

Christian Bachmann arbeitet für das Haslital-Bier neu mit der Brauerei Thun AG statt der Schwander Jungfraubräu AG zusammen.

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Nathalie Günter@nathalieguenter

In einer Halle an der Bernstrasse 11 in Thun ist die Leidenschaft für Craftbiere spürbar. Betriebsleiter und Braumeister Bruno Stoller erklärt gerade, dass die Brauerei Thun AG den ganzen Prozess des Bierbrauens – vom Malzschroten bis zur Etikettierung – selbst macht. Und wo immer möglich eben «gecraftet», also von Hand gemacht. So zum Beispiel das Umrühren des Suds.

«Das ist einer der Hauptgründe, wieso ich mich zum Wechsel zur Brauerei Thun AG entschieden habe», sagt Christian Bachmann, aufgewachsen in Innertkirchen und Erfinder des Haslital-Biers.

Mehr Freiheiten

Das Haslital-Bier, bisher ein Lagerbier, gelangte letzten Juni in den Verkauf (siehe Infobox). Bisher gingen 25'000 Flaschen über den Ladentisch. Produzieren liess er es bis anhin in Schwanden bei Brienz, bei der Jungfraubräu AG. «Dort war ich aber, vor allem was die Gestaltung der Bierflasche anbelangt, eingeschränkt.» Die Flasche sowie die Etikette hatten die gleiche Form wie bei den Jungfraubräu-Bieren, abgefüllt und verpackt wurde in Bern bei der Felsenau-Brauerei.

«Es wurde zurHerausforderung, das Haslital-Bier separat zu positionieren. Es wurde immer mehr als ein Bier von der Jungfraubräu angesehen.»Christian Bachmann Erfinder des Haslital-Biers

«Es wurde zur Herausforderung, das Haslital-Bier separat zu positionieren. Es wurde immer mehr als ein Bier von der Jungfraubräu angesehen», so Bachmann weiter. Mit dem neuen Partner könne er den Bezug zum Oberhasli wieder besser herstellen. «Ich kann die Flaschenform selbst wählen, das Etikett gestalten und den Lieferkarton mit dem Logo versehen.»

Bei der Jungfraubräu AG, wo das Haslital-Bier fünf Prozent der Produktion ausgemacht hat, bestätigt Geschäftsführer Peter Margowski das Ende der Zusammenarbeit: «Wir werden kein Bier mehr für Christian Bachmann produzieren.»

Christian Bachmann zu den Gründen für den Wechsel. Video: ngg

Die Erfahrung im ersten Jahr habe gezeigt, dass der Kampf im Haifischbecken Lagerbier für ein kleines Bier wie das aus dem Haslital zu schwierig sei. «Darum werden wir neu kein Lagerbier mehr anbieten», sagt Bachmann. Geplant ist hingegen, per 1. Juni ein belgisches Weissbier mit dem Namen «Bärgheu Wit» zu lancieren. Das Obergärige soll mit Heu und Wasser aus dem Haslital gebraut werden. «Ich habe auch von Kunden und Gastronomen viele Rückmeldungen und Fragen erhalten, ob ich nicht ein Ale-Bier ins Sortiment aufnehmen will.»

Mit diesem werde der Absatz sicher tiefer sein, dafür die Marge bei den Detailhändler höher. Weiter ist ein helles Craftbier geplant, das das bisherige Lager ersetzen soll. «Das Grundrezept ist an sich das gleiche wie bisher, nur wird das Craftbier spritziger und frischer schmecken», erklärt Bruno Stoller.

Bruno Stoller zur neuen Partnerschaft. Video: ngg

Der Thuner Braumeister freut sich sichtlich auf die Zusammenarbeit mit Haslital-Bier. «Das wird spannend, die neuen Biersorten zu erarbeiten», so Stoller. Schon nur die Tatsache, dass anderes Wasser verwendet werden muss, sei eine Herausforderung. «Aber wir machen das sehr gerne, wir stellen schlicht gerne Bier her.»

Davon zeugt das Angebot der jungen Brauerei, die ebenfalls letzten Juni startete. Bereits sind unter dem Namen Thun-Bier sieben verschiedene Craftbiere erhältlich. Die Brauerei Thun AG wird im ersten Betriebsjahr um die 100'000 Liter produzieren.

Heu, Honig, Holmes

An Kreativität fehlt es dem Duo Bachmann/Stoller nicht. «Wir haben für das nächste Jahr Ideen für sieben Haslitaler Biersorten», so Bachmann. Neben dem Heu wird Braumeister Stoller – aufgrund von Bachmanns Ideen – etwa mit Wildbeeren oder Haslitaler Honig experimentieren. Und er will an einem Sherlock-Holmes-Whiskey-Bier, mit Whiskey-Malz gebraut, tüfteln. «50'000 Flaschen absetzen» lautet Christian Bachmanns Minimalziel für das erste Jahr mit den neuen Biersorten.

Neue Anlässe geplant

Bei der Lancierung des Biers auf dem Casinoplatz in Meiringen im vergangenen Sommer kamen 500 Personen. Es folgte im Oktober die Hasli-Wiesn, wo das Haslital-Bier ausgeschenkt wurde. Will Bachmann auch bei den Events dranbleiben? «Auf jeden Fall. Mir schwebt zum Beispiel ein Streetfood-Festival in Meiringen mit Essensständen von lokalen Anbietern vor.»

Und auch ein Oktoberfest, wo das Bier im Mittelpunkt stehe, sei geplant. «Damit will ich das Haslital-Bier vor Ort noch mehr verankern.» Dazu beitragen soll der Verein Kronenadler Braukultur, den Bachmann am 1. Februar gegründet hat.

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