Grimselpass öffnet – Susten bleibt vorerst zu

Guttannen

Freitag in der Früh wird die Strassenverbindung vom Oberland ins Wallis über den Grimselpass geöffnet. Bis es so weit ist, müssen die letzten absturzgefährdeten Schneeblöcke entfernt werden.

Um zu verhindern, dass grosse Schneemengen auf die Strasse stürzen, wird an der Grimselpassstrasse kontrolliert gesprengt.

Noch sind die in leuchtendes Orange gekleideten Männer dabei, die letzten Felsbrocken von der Passstrasse zu räumen; die ausgebuchteten Anhaltestellen vom Restschnee zu befreien; und die hartnäckigsten rutschgefährdeten Schneeresten mit gezielten Sprengungen zum Einstürzen zu bringen. «Vorher dürfen wir den Grimselpass nicht freigeben», sagt Christof Ott. Der stellvertretende Strasseninspektor des Kantons.

Eine solche hartnäckige Schneebank hing Anfang Woche noch an einer Granitplatte unmittelbar über der Fahrbahn, nur wenige Dutzend Meter hinter der sonst eher rutschfreudigeren Seeuferegg, vis-à-vis dem Hotel Grimsel Hospiz.

Im langjährigen Schnitt

Derweil sind die Männer des Strasseninspektorats Oberland-Ost auf der Grimselpasshöhe daran, die bisher nur schmale Schneerinne zur doppelspurigen Strasse auszubauen. Die Leitplanken werden verschraubt und die Zufahrt zum Restaurant Alpenrösli vom Schnee befreit.

  • loading indicator

«Am Freitagmorgen um acht Uhr morgens wollen wir den Grimselpass für den Verkehr freigeben – da muss alles parat sein», sagt Christof Ott. Die Saisoneröffnung des 2165 Meter hohen Strassenübergangs ins Obergoms liegt im langjährigen Durchschnitt: Seit der statistischen Erfassung vor 67 Jahren öffnete die Grimsel nur 22-mal vorher, wovon in den letzten 20 Jahren 13-mal.

Die starken Wintereinbrüche

Eine Woche später wird es für den Sustenpass: Dort erreicht die Schneeräumung am heutigen Tag den Scheiteltunnel auf der Passhöhe, 2224 Meter über Meer. Bis das Tunnelportal und der grosse Parkplatz für den Durchgangsverkehr parat sind, dauert es noch ein paar Tage. «Die starken Wintereinbrüche von Anfang Mai haben auf dieser Meereshöhe halt ihre Spuren hinterlassen», begründet Strasseninspektor Christof Ott die leichte Verzögerung für die Sustenpassöffnung.

Doch auch hier zeigt ein Blick auf die Statistik, dass der Susten oftmals erst kurz nach der Grimsel geöffnet werden konnte, nämlich 32-mal in den letzten 67 Jahren. 21-mal öffneten beide Pässe gleichzeitig – so auch in den letzten zwei Jahren. Bereits seit einer Woche offen ist der von Gletsch nach Andermatt führende Furkapass.

In den nächsten Wochen kommt es unterhalb der Handegg (Grimsel) zu Verkehrsbehinderungen: Während des Rückbaus der Deponiezufahrt KWO-Stollen regelt eine Lichtsignalanlage den Durchgangsverkehr. Auch am Sustenpass wird gebaut: Während die Sanierung des Gschlettertunnels in der Schlussphase ist, hat unterhalb der Passhöhe die Sanierung des Wasserfalltunnels begonnen (siehe Box).

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt