Gletschergeschichten auf 256 Seiten

Grindelwald

«Die Grin­delwaldgletscher. Kunst und ­Wissenschaft» heisst ein 256-seitiges Werk, das die Veränderungen des Oberen und Unteren Grindelwaldgletschers dokumentiert.

Buchvorstellung «Die Grindelwald Gletscher». Quelle:youtube.com/Fritz Lehmann

«In Grindelwald den Gletschern by, da cha mu gäbig läben!», schrieb der Grindelwalder Pfarrer Gottfried Strasser in seinem Grindelwaldlied, das er Ende des 19. Jahrhunderts verfasste.

Das Lied wird heute noch gesungen, doch das Dorf Grindelwald ist heute von den Eismassen weiter weg als dazumal: «Das ausgeprägte Abschmelzen der Gletscherzungen hat das Bild des Weltkurorts verändert», heisst es im Buch «Die Grindelwaldgletscher. Kunst und Wissenschaft» aus dem Berner Haupt-Verlag, das eben erschienen ist.

In jüngster Vergangenheit sorgte der bröckelnde Eiger und ein Gletschersee, den man mit einem zwei Kilometer langen und 15 Millionen Franken teuren Tunnel bändigte, weltweit für Schlagzeilen. Gerade die jüngste Vergangenheit wird im Kapitel «Das Naturgefahrenpotenzial der beiden Grindelwaldgletscher» ausführlich behandelt.

Doch anders als das Ende 2015 vorgestellte Bilderbuch «Als Gletscher noch aus Eis waren» (wir haben berichtet) in dem man sich mit Folienbilder durch Umblättern in der Zeit vor- und rückwärts bewegen kann, nähert sich das neue Gletscherbuch dem Thema aus wissenschaftlicher Sicht.

Lässt aber den interessierten Nichtakademiker am breiten Wissen namhafter Experten rund um die Herausgeber Heinz J. Zumbühl, Samuel U. Nussbaumer, Hanspeter Holzhauser und Richard Wolf auf verständliche Weise ebenfalls teilhaben.

Unveröffentlichtes Material

Statistische Grafiken korrespondieren in anschaulicher Weise mit aktuellen und historischen Bildern – teilweise zum ersten Mal veröffentlicht – oder Zeichnungen. Kein Wunder; gehören der Obere und Untere Grindelwaldgletscher doch zu den am besten untersuchten Gletschern weltweit, dank einer einzigartigen Zahl und Qualität von historischen Bild- und Schriftquellen, etwa den ersten Fotografien um 1850 oder den fossilen Holzfunden aus den Ufermoräne

Zerbrechliche Landschaft

«Das Buch bietet zu einem hochaktuellen Thema höchst spannende Informationen, zusammengetragen und mit reichen Illustrationen versehen von erfahrenen ausgewiesenen Fachpersonen. Wer es in die Hand nimmt, wird begeistert sein», schreibt Professor Heinz Wanner, emeritierter Professor vom Geografischen Ins­titut der Universität Bern im ­Vorwort.

Und Beat Ruppen, Geschäftsleiter Managementzentrum Unesco Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch, ergänzt in seinem Grusswort: «Es weckt Neugier und sensibilisiert unser Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit der kraftvollen, aber auch zerbrechlichen Landschaft von universellem Wert.»

Buch: «Die Grindelwaldgletscher. Kunst und Wissenschaft», ISBN 978-3-258-07871-7, Haupt-Verlag, 256 Seiten, 78 Franken.

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