Brienz

Für 20 Franken auf die Planalp und wieder retour

BrienzBrienz Tourismus macht aus der Not eine Tugend: Infolge eingeschränkter Schneeaktivitäten im Oberland bietet die Brienz-Rothorn-Bahn für eine Zwanzigernote eine Fahrt auf die Planalp und retour an.

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Chemihüttli-Hotelier Ruedi Rubi von der Axalp hatte eine schlaf­lose Nacht und eine Idee. Wenig Schnee in den Skiregionen bringt unzufriedene Gäste – ein Alternativangebot muss her: eine Winterfahrt mit der Brienz-Rothorn-Bahn bis auf die 1341 Meter über Meer liegende Planalp. Die Idee fand Unterstützung im Vorstand von Brienz Tourismus. Die Bahn und das Berghaus waren sofort mit dabei.

Aussicht noch besser als im Sommer

Punkt elf Uhr am Sonntag begannen die Zahnräder in der Talstation Brienz zu rattern. Daniel Schlosser, technischer Leiter der Brienz-Rothorn-Bahn, steuerte persönlich die rote Zugskombination mit 660 Pferdestärken bergauf. Schon nach den ersten Kilometern das grosse Staunen: Ohne Blätter an den Bäumen sah man Dinge, die einem im Sommer verborgen bleiben.

Nach ein paar Kehren öffnete sich der Blick, der Brienzersee spiegelte, die Gipfel rundum waren verschneit, und die Sonne wärmte auf herbstliche Grade. «Ich bin erstaunt und natürlich hocherfreut, wie guten Anklang das Angebot findet», sagte Schlosser, als der am Nachmittag um drei Uhr den fünften, voll besetzten Zug Richtung Planalp führte.

Das Berghaus Planalp hatte sich für den Ansturm gerüstet

Die meisten Gäste hatten die Wanderstöcke bei sich und verbanden den Aufenthalt auf der Planalp mit einer Wanderung. Einige bewältigten den Rückweg ­sogar zu Fuss bis nach Brienz. Das Berghaus Planalp, ein Sommer­betrieb, hatte sich für den ausserplanmässigen Ansturm gut ­gerüstet. Marianne und Toni Imfeld-Flück hatten die halbe Verwandtschaft aufgeboten und servierten auf der sonnigen Terrasse leckere Speisen sowie warme und kalte Getränke. Der Chäs-Bräter stand im Dauereinsatz.

Im Jahre 1990 herrschte eine vergleichbare Wettersituation: kein Schnee und warme Temperaturen. Hanspeter Flück aus Brienz, ehemaliger Kondukteur bei der Brienz-Rothorn-Bahn, kann sich gut erinnern und kramte aus seinen alten Unterlagen ein Prospektblatt hervor. «Fahrten bis Planalp, ab 22. Januar bis 17. Februar 1990, wenn der Schnee nicht vorher kommt...» stand darin zu lesen.

«Leider haben die Verantwortlichen damals zu lange herumstudiert, bis endlich der erste Zug abfahren durfte. Drei Tage später hat es geschneit, und der Zug fuhr wieder ins Depot», wusste Hanspeter Flück zu berichten. Heuer waren die Entscheidungswege zum Glück ­kürzer. (Berner Zeitung)

Erstellt: 28.12.2015, 18:45 Uhr

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