«Froh zu sein bedarf es wenig...»

Spiez

Spannende Unterhaltung für Klein und Gross bot das Musiktheaterstück «Aschenputtel räumt auf» in der Spiezer Schlosskirche. Dabei wirkte der Kinderchor Spiezwiler mit.

Der Kinderchor Spiezwiler unter der Leitung von Beatrice Moser präsentierte in der Schlosskirche das Musiktheaterstück «Aschenputtel räumt auf».

Der Kinderchor Spiezwiler unter der Leitung von Beatrice Moser präsentierte in der Schlosskirche das Musiktheaterstück «Aschenputtel räumt auf».

(Bild: Markus Hubacher)

Paolo der Gärtner hat es nicht leicht. Don Magnifico, sein mürrischer Arbeitgeber im baufälligen Schloss, macht ihm das Leben schwer und lässt die eigene Tochter Aschenputtel schwer schuften. Nur deren beide Schwestern Clorinda und Tisbe dürfen auf den Ball, den der reiche Prinz Ramirez gibt. Aschenputtel muss derweil zuhause Linsen zählen. «Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen, liebe Tauben, helft mir Linsen lesen!», sangen 20 Mädchen und Jungen des Kinderchors Spiezwiler unter der Leitung von Beatrice Moser.

So begann gestern Sonntag in der Schlosskirche Spiez das Musiktheaterstück «Aschenputtel räumt auf», ein Werk von Franz-Georg Stähling und Jürg Schade, der auch den Paolo sang und spielte. Dazu las Schade aus einem alten Märchenbuch vor, musikalisch untermalt von einem Trio mit Querflöte, Fagott und Harfe.

Die Kulisse bestand aus übergrossen bunten Schaumstofflegosteinen, die Paolo je nachdem zu einem Schloss, einer Küche oder Kutsche umbaute.

«Du staubige Vogelscheuche bleibst daheim!», befiehlt der Vater, als Aschenputtel (Mezzosopranistin Rebekka Stöhr) auf den Ball gehen will und sperrt sie ein. Doch Paolo bringt Aschenputtel den Schlüssel und ein funkelndes schönes Kleid, sie lässt ihr Haar herunter, und er fährt sie zum Ball. Dabei geraten sie in ein Gewitter.

Von Beginn weg bezogen die Schauspieler und Musiker die Kinder im Publikum mit ein, stellten ihnen Fragen und liessen sie mitmachen, so etwa mit den Füssen auf den Boden trampeln, um Donner zu erzeugen oder mit Wasserpistolen schiessen, um einen Regenschauer zu kreiieren. Die Kinder hatten riesigen Spass und folgten der Handlung mit gebannter Aufmerksamkeit. Immer wieder wurde applaudiert.

Überall suchte nun der Prinz das schöne Aschenputtel, von der er nur einen Schuh hat, der ihren eitlen Schwestern nicht passen will. «Guggerigu, Blut ist im Schuh, der Schuh ist zu klein, die rechte Braut ist noch daheim», sang der Kinderchor Spiezwiler. Paolo schmückt mit Blütenzweigen die Hochzeitskutsche, als das Aschenputtel endlich den Prinzen bekommt. Am Schluss sangen Kinderchor und Publikum gemeinsam «Froh zu sein bedarf es wenig, und wer froh ist, ist ein König.»

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