Spiez

Ein Sorgentelefon gegen Nöte in der Lehre

Spiez Eine Berufslehre steht vor dem Abbruch? Bevor das passiert, hilft im Oberland das Sorgentelefon Call 079 555 11 44. Ein Videoclip soll das Angebot bekannter machen.

Das Call-Team, das bei der Clipvernissage anwesend war (v. l.): Walter Pulver, Martin Grossen, Christian Borter, Urs Schürch, Annarös Mühlemann und Barbara Monti di Sopra.

Das Call-Team, das bei der Clipvernissage anwesend war (v. l.): Walter Pulver, Martin Grossen, Christian Borter, Urs Schürch, Annarös Mühlemann und Barbara Monti di Sopra. Bild: Anne-Marie Günter

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Trickfilmvernissage im Kino Movieworld in Spiez: Eine Art blaues Smiley rollt zum Lehrabschluss. Es rollen aber auch ein gelbes und ein rotes trauriges Kreisgesicht mit Stacheln über die Leinwand.

Sie stellen die Schwierigkeiten dar, die während der Berufslehre auftreten können. «200 bis 250 Lernende an den Berufsschulzentren BZI Interlaken und IDM Thun brechen jährlich ihre Lehre ab», sagte Christian Borter, Leiter des Call-Teams an der Vernissage. Unter der Nummer 079 555 11 44 nimmt ein Mitglied dieses siebenköpfigen Teams von Fachleuten rund um die Uhr Anrufe entgegen, wenn Lernende, Lehrmeister oder Eltern ein akutes Problem haben, das die Weiterführung der Lehre gefährdet.

Call gibt es seit 2015. Es ist ein Angebot des gemeinnützigen Vereins Bildung-Beruf mit Sitz in Thun, der im Bereich Coaching, Beratung und Weiterbildung tätig ist. Die IDM Thun und das BZI Interlaken sind seine Trägerschulen.

Sonn- und Schattseite

«Wir wollen nicht nur die Spitzenleute begleiten, sondern auch für die da sein, die Schwierigkeiten haben», sagte Vereinspräsident Urs Gugger. Die «Spitzen» glänzen nächste Woche an den Swiss Skills in Bern, die Lernenden mit Versagensängsten, Überforderungen, Stress und Gesundheitsproblemen aller Art sollen aber nicht vergessen werden.

«Ein Problem ist, dass oft gehandelt wird, wenn es bereits zu spät ist», sagte Borter. Viele der Lernenden seien sehr jung und versagten im Zeitmanagement oder litten unter Situationen im Berufsalltag. «Man muss gut zuhören können», weiss Borter. Call versteht sich als Triagestelle, die je nach Art der Probleme den Kontakt mit andern Stellen vermittelt, welche die Hilfesuchenden über einen längeren Zeitraum begleiten.

Stopp Lehrabbruch

Zu diesen gehört das Projekt Stopp Lehrabbruch, ebenfalls ein Angebot des Vereins Bildung-Beruf. Pensionierte Berufsbildungsspezialisten helfen ehrenamtlich weiter. Die Zusammenarbeit mit dem Kanton – der in allen Lehrverträgen Partner der Lernenden und der Lehrmeister ist – sei ausgezeichnet, betonte Hans-Heini Winterberger, Geschäftsführer des Vereins Bildung-Beruf.

Der Videoclip soll helfen, das Call-Angebot bekannter zu machen, insbesondere bei den Lehrmeistern und Eltern, die Call auch nützen können. Geschaffen wurde der Clip im YK-Animation-Studio in Bern, gezeigt werden soll er auf Youtube, an Elternabenden und Treffen von Lehrbetrieben und wenn möglich im Vorprogramm der Oberländer Kinos. Natürlich sehen ihn auch die Lernenden. «Ich freue mich darauf, den Clip in meinen Klassen vorzustellen», sagte Teammitglied Barbara Monti di Sopra.

(Berner Oberländer)

Erstellt: 07.09.2018, 20:57 Uhr

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