Ein Fest unter Freunden

Frutigen

Das vierte Kander Kultur Festival in Frutigen präsentierte Luka Bloom und Patent Ochsner.

Der grossartige Luka Bloom aus Irland. Foto: Corina Kobi

Der grossartige Luka Bloom aus Irland. Foto: Corina Kobi

Am Freitag- und Samstagabend gestaltete der Verein Kander Kultur unter Reto Grossen das zum vierten Mal ausgetragene Festival für Musikliebhaber im Areal des Freibads. Statt eine Unzahl von Künstlern einzuladen, beschränkte sich der Veranstalter auf das Motto «Weniger ist mehr» und präsentierte nach drei Jahren erneut Büne Huber mit Patent Ochsner und als Support den irischen Alleskönner Luka Bloom. Beide Anlässe waren ausverkauft und die Absicht des Veranstalters, im Festivalsommer eine «Slow-down-Variante» anzubieten, kam gut an.

Kleiner Ire, grosse Stimme

Der erste Gig erwies sich gleich als Haupttreffer. Der 64-jährige Luka Bloom, eigentlich Kevin Bradley Moore, aus Irland, ein begnadeter Sänger, Gitarrist und Songwriter kam mit seiner Einmann-Show von Beginn weg an und fesselte das Publikum mit seinem grossen Können. Er interpretierte seine inspirierenden Texte und ergreifenden Melodien auf eine meisterliche Art, dass eine Band hinter ihm alles zunichtegemacht hätte. Selbst Büne Huber fand nur Komplimente: «Luka ist der tiefsinnigste und grösste Musiker, den ich kenne.»

«A little Irish man sings his simple songs», eine Aussage von Bloom, erwies sich schnell als masslos untertrieben. Mit seinem Hit «I Need Love» und Songs aus dem dazugehörenden Album konnte er nur faszinieren. Seine Hip-Hop-Version von «Ich bin ein Landei» verschlug jedem Festivalbesucher den Atem. Selbst die in den Medien bereits fast zu fest präsente Greta Thunberg kam mit seinem Umweltsong «Water Is Life» zu Ehren. Mit teilweise spanischen Gitarrenklängen animierte er das Partyvolk, sich mit seiner grossartigen Version von «To Go in the Paradise» dorthin zu begleiten.

Zu laut, aber unverkennbar

Büne Huber mit Patent Ochsner fiel danach nicht ab, sondern verbreitete eine andere, meistens durch die Verstärker geprägte Begleitung seiner eigentlich grossartigen Musiker, hektischere Stimmung auf der Festivalbühne. Doch dem Volk gefiels. Auszüge aus dem neusten Album «Cut Up» konnten begeistern; den meisten Beifall erhielten jedoch die Solisten René Mosele (Posaune) und Alex Hendriksen (Saxophon), welche jazzige Stimmung verbreiten konnten.

Songs wie «Mariana», «Schlangenäscht», «Guet Nacht Elisabeth» und «Uf dr Flucht» gefielen und wer darauf gewartet hatte, kam auch zu seiner «W. Nuss vo Bümpliz», «Bäupmoos», «Scharlachrot» und «Gummiboum». Mit «Nie, nie, nie» wurde der Abend beendet.

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