Die Rückkehr der Glücklichmacher

Frutigen

Drei Jahre nach ihren frenetisch bejubelten Auftritten kehren Patent Ochsner am 13./14. September auf die Freibadbühne in Frutigen zurück. Wieso dies für Veranstalter Reto Grossen «eine kleine Sensation» ist.

Büne zurück auf der Badi-Bühne: Patent Ochsner werden Frutigen am vierten Kanderkultur-Festival ihre Aufwartung machen.

Büne zurück auf der Badi-Bühne: Patent Ochsner werden Frutigen am vierten Kanderkultur-Festival ihre Aufwartung machen.

(Bild: PD)

Jürg Spielmann

«Darfs äs bitzeli meh sii...?» Was gemeinhin hinter der Theke hervor gefragt wird, ist Mitte September in Frutigen kein Thema. «Weniger ist mehr» lautet dort beim Verein Kanderkultur das Motto. Entsprechend macht der, rein quantitativ, einen Schritt zurück. Denn was 2015 mit einem Einzelauftritt von Lo & Leduc im Kleinen begonnen hatte, mauserte sich im vergangenen Jahr zu einem ausgewachsenen Festival mit 15 Acts an drei Tagen. Züri West, Tom Freund und, erneut, Lo & Leduc lockten rund 5000 Besucher aufs Badiareal.

Musizieren im Ferienort

Das vierte Kanderkultur-Festival solle sich als «neuartige Slow-down-Variante» im Festivalsommer positionieren, schreibt Veranstalter Reto Grossen, der zugleich den Verein Kanderkultur präsidiert, in einer Meldung. Er hat für die diesjährige Ausgabe die Angel ganz weit ausgeworfen – und keine geringere als die derzeit beliebteste Mundarttruppe des Landes an ebendieses gezogen: Patent Ochsner. Die Rumpelromantiker hatten bereits 2016 zwei fulminante Auftritte auf das Badibühnenparkett gelegt.

Nun werden Büne und Co. mit ihrem neuen Nummer-1-Album «Cut Up» ins Kandertal reisen. «Dass die Band neben fünf grossen Aufritten an Festivals wie Gurten, Moon and Stars oder Heitere das kleine Frutigen auf ihrem Tourplan berücksichtigt, darf als kleine Sensation gewertet werden», findet Macher Reto Grossen. Es sei ein Indiz dafür, dass es der Band vor drei Jahren gefallen habe. Das dürfte es, begrüsste Huber das Publikum doch mit den Worten: «Normalerweise machen wir hier Ferien.»

Beide Ochsner-Auftritte werden vom irischen Singer-Songwriter Luka Bloom eröffnet. Laut Reto Grossen «live ein absolutes Erlebnis». In bekannter Manier wird es rund um das Festival ein breites Verpflegungsangebot sowie nach den Konzerten DJ-Klangkunst ab Konserve geben.

Aktion am und fürs Festival

Was auf dem Areal auch Sache sein wird: Nach der letztjährigen «Bisch-drbi?-Aktion», an der an die 350 Interessenten gesammelt wurden, startet nun die «Bi-drbi!-Aktion». Man kann vor Ort Mitglied werden. «Um solche Anlässe weiter durchführen zu können, ist eine breite Unterstützung nötig», so Grossen.

Die Begründung: «Kanderkultur hatte wie viele ähnliche Institutionen in den letzten Jahren mit grossen Veränderungen zu kämpfen.» Die digitale Revolution, ein neues Verhalten des Publikums und die finanzielle Knappheit für unsubventionierte Kulturarbeit auf dem Land hätten das Erarbeiten einer Lösung für die Zukunft erfordert. «Mithilfe einer Arbeitsgruppe konnte das Konzept den heutigen Bedingungen angepasst werden.» Aus dieser Sicht dürfte es also «äs bitzeli meh sii».

Infos: Kanderkultur-Festival am 13. und 14. September, Freibad Frutigen. Eintritt 60 Franken. Begleitete bis 10 Jahre gratis. Jugendliche bis und mit 15 Jahre erhalten Eintritte zu 40 Franken an der Abendkasse (auch wenn ausverkauft). VVK ab Dienstag, 25.6., bei SLF Frutigen und www.starticket.ch. Weitere Infos: www.kanderkultur.ch.

Berner Oberländer

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