Spiez

Die Niesenbahn ist auf Kurs

SpiezDie Niesenbahn AG blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Trotz grossen Bauarbeiten am Berghaus fürchten Verwaltungsrat und Geschäftsleitung keinen grossen Besuchereinbruch in der laufenden Saison.

<b>Konstant aufwärts</b> geht es mit der Niesenbahn – von Mülenen auf den Gipfel, aber auch bei Produktivität und Ergebnis.

Konstant aufwärts geht es mit der Niesenbahn – von Mülenen auf den Gipfel, aber auch bei Produktivität und Ergebnis. Bild: Guido Lauper

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Die gute Laune von Verwaltungsratspräsident Daniel Fischer und Geschäftsführer Urs Wohler dürfte ansteckend gewirkt haben. So stimmten 450 Aktionäre, die 80 Prozent des Aktienkapitals der Niesenbahn AG vertraten, an der Generalversammlung vom Mittwoch im Spiezer Gemeindezentrum Lötschberg allen Geschäften oppositionslos zu.

Einige Aktionäre überzeugten sich beim anschliessenden Abendessen auf «ihrem» Berg von Fortschritt und Sicherheit bei den Bauarbeiten am Berghaus mit Jahrgang 1856.

Ausgabefreudige Besucher

Zum fünftbesten Wert der vergangenen sechzehn Jahre mit einem Umsatz von 5 416 906 Franken hatten 2017 je zur Hälfte der Bahnbetrieb und das Berghaus Niesen Kulm beigetragen. 95 000 Gäste generierten in beiden Richtungen 181 422 Fahrten. Die Differenz sei auf jene Sportler zurückzuführen, die aufwärts zu Fuss unterwegs seien und abwärts fahren, erklärte Geschäftsführer Urs Wohler.

Sie repräsentierten an der GV die Niesenbahn AG (v.l.): Maria Hari (Gastronomie), Marlène Wyssen (Personal und Finanzen), Hansueli Mani (Technik und Betrieb), Geschäftsführer Urs Wohler, VR-Präsident Daniel Fischer, VR-Vizepräsident Martin Andres, Cristina Dähler (Marketing und Verkauf). Bild: Guido Lauper

Eindeutig aufwärts zeigt die Ausgabefreudigkeit auf dem Berg. So sei der Durchschnittswert von 54 Franken im Rekordjahr 2016 im Geschäftsjahr 2017 auf knapp 60 Franken gestiegen.

Regional verankert

Dank dem innert Jahresfrist von 20,7 auf 22,4 Prozent gestiegenen Cashflow, der zentralen unternehmerischen Kennzahl, ist die AG laut Wohler auch künftig in der Lage, Investitionen aus eigenen Mitteln zu finanzieren. So konnte die AG Ende 2017 die letzte Hypothek von einer Million ­zurückzahlen, was die Eigen­kapitalquote auf rund 39 Prozent steigert. Insgesamt werden 66'568 Franken als Dividenden ausgeschüttet.

Anders als Bergbahnen, die als Teil des öffentlichen Verkehrs auch öffentliche Gelder erhalten, will und muss die die Niesenbahn AG als Touristikunternehmen selbstständig bleiben. Dabei vergibt sie jährlich 750'000 Franken an regionalen Aufträgen und ­liefert rund 40'000 Franken an Steuern ab.

«Ruinöse Dumpingpreise, wie sie bei grossen Unternehmungen angeboten werden», seien keine Option, sagte Urs Wohler. Massentourismus sei kein Ziel, dafür soll der Berg den Gästen bei jedem Wetter schmackhaft gemacht werden.

Klimaprozent und Ausbildung

Zu dieser Strategie tragen der massvolle Ausbau des Berghauses und die Nachhaltigkeit bei, wie etwa der Einsatz von klimaneutraler Energie (wir haben berichtet). Das kommt bei den Kunden an: Sie haben seit Anfang 2018 rund 62 Prozent der verkauften Karten mit einem zusätzlichen Klimaprozent bezogen.

Verwaltungsrat und Geschäftsführung waren sich an der GV ­einig: Massgebend am guten Re­sultat und an den hohen Be­sucherzahlen beteiligt sind die rund 65 Mitarbeitenden. Sie werden laufend weitergebildet und in ihren Talenten gefördert, betonte der Geschäftsführer.

Für Spektakel ist gesorgt

Befürchtungen, die teilweise laute Bautätigkeit am Berghaus wirke abschreckend auf die Be­sucherzahlen, stellte VR-Vizepräsident und Leiter der Baukommission Martin Andres eine Hoffnung gegenüber. Die spektakuläre Bausituation für 6,5 Millionen Franken bei gleich­zeitigem Gastrobetrieb könnte zusätzliche Gäste anlocken. Der Baufortschritt lässt sich per Webcam live verfolgen. (Berner Oberländer)

Erstellt: 10.05.2018, 18:34 Uhr

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