Bisher 206 Nutztiere getötet

Letztes Jahr gab es mit 65 vom Wolf gerissenen Nutztieren so viele Fälle wie nie vorher seit seiner Rückkehr vor 12 Jahren. Heuer sind es bis jetzt 12 bestätigte Risse.

Gerissenes Schaf auf der Alp Suls (Lobhörner) vor zwei Wochen.<p class='credit'>(Bild: PD)</p>

Gerissenes Schaf auf der Alp Suls (Lobhörner) vor zwei Wochen.

(Bild: PD)

Der erste Wolf seit seiner Ausrottung wurde im Kanton Bern am 22. März 2006 in Gsteig­wiler gesichtet; und zwar war dieser dort von einer Zugkomposition der Berner-Oberland-Bahnen (BOB) überfahren worden. Im selben Jahr riss ein weiterer Wolf in Pohlern (Stockental) 8 Schafe. 2007und 2008gab es je 2 Ereignisse mit 7 gerissenen Schafen.

2009:10 Vorfälle (22 Schafe, 7 Ziegen und ein Kuhkalb). 2010: 4 Vorfälle (5 Schafe, 6 Lämmer). 2011: 6 Vorfälle (22 Schafe, 2 Ziegen). Weitere 14 Schafe stürzten durch Hatz am Stierengrat in Boltigen in den Tod. 2012 gab es 7 Vorfälle (3 Schafe, 2 Ziegen und ein Lamm).

2013blieb ohne Ereignisse und Schäden. 2014: 2 Vorfälle (6 Schafe). 2015: 2 Vorfälle (3 Schafe). 2016wurden bei 2 Vorfällen 12 Schafe und eine Ziege Opfer des Wolfes, und im letzten Jahr bei 21 Vorfällen 61 Schafe und 4 Ziegen.

Im laufenden Jahr gab es bisher 12 bestätigte Nutztierrisse; 11 tote Schafe sind laut dem kantonalem Jagdinspektor Niklaus Blatter zurzeit noch in Abklärung.

Die meisten Vorfälle seit der Rückkehr des Wolfes in den Kanton Bern vor 12 Jahren gab es bisher in Boltigen mit 9 gerissenen Tieren. Im benachbarten Oberwil waren es 6 Vorfälle. Mehrere auch in Schangnau. In Oberried und Gsteig je 2. In folgenden Gemeinden kam es bisher zu einem Vorfall: Zweisimmen, Saanen, Gsteigwiler, Thierachern, Pohlern, Rüschegg, Oberstocken, Därstetten, Latterbach, Erlenbach, Lenk, Lauenen, Reichenbach und Guggisberg.

Beratung für Herdenschutz

Seit der Rückkehr des Wolfs zählte das Jagdinspektorat des Kantons Bern über 60 Vorfälle mit insgesamt 206 getöteten Nutztieren (192 davon gerissen).

Ab 2006 trieb im westlichen Oberland ausnahmslos ein männlicherWolf sein Unwesen. Im Jahr 2016 wurde das erste Mal im Kanton Bern ein Wolfspaar nachgewiesen. Das Weibchen F13 wurde jedoch 2017 vergiftet. Seither ist auch das Männchen verschwunden. Nachweise im Raum Simmental erfolgten seither nur noch sporadisch, und im ganzen Kantonsgebiet ist gegenwärtig kein weiteres Wolfspaar bekannt.

Im Kanton Bern leben nach Angaben der Abteilung für Direktzahlungen des Amtes für Landwirtschaft und Natur zurzeit rund 21 654 Schafe. Dies ist eine Abnahme von 3000 gegenüber dem Jahr 2000.

2009 startete der Kanton Bern das Herdenschutzprojekt. Tierhalter können hier Beratung durch den zuständigen Wildhüter via Hotline anfordern: Tel. 0800 940 100.

Berner Oberländer

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