Faulensee

Berner Fischer: Zwei neue Berufsleute

Faulensee An ihrer Hauptversammlung in Faulensee nahmen die Berner Berufsfischer am Samstag zwei neue auf. Drei Fischer haben ihre Patente abgegeben. Weiter beschäftigte sich die Versammlung mit Fangstatistiken und dem Phosphatrückgang.

Neu und wiedergewählte Vorstandsmitglieder der Berner Berufsfischer (v.l.): Hans Sieber, Beat Abegglen, Alphonse Wicht, Jürg Buff, Johann von Gunten und Silvano Solcà (Präsident).

Neu und wiedergewählte Vorstandsmitglieder der Berner Berufsfischer (v.l.): Hans Sieber, Beat Abegglen, Alphonse Wicht, Jürg Buff, Johann von Gunten und Silvano Solcà (Präsident). Bild: Sibylle Hunziker

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Mit Edith Klopfenstein und ­Johann von Gunten haben im letzten Jahr gleich zwei Berufsleute vom Thunersee die anspruchsvolle Ausbildung zum Fischwirt mit sehr guten Leistungen abgeschlossen – in Starnberg, da es in der Schweiz keine Schule für den seltenen Beruf gibt. Sie übernehmen die Berufsfischerpatente ihrer Lehrmeister Kurt Klopfenstein und Heinz Moser.

Johann von Gunten wurde zusammen mit Jürg Buff vom Bielersee an der Hauptversammlung des Kantonal-Bernischen Berufsfischerverbandes in Faulensee auch gleich in den Vorstand gewählt. Heinz Moser und Remo Grimm demissionierten, Präsident Silvano Solcà, Hans Sieber, Alphonse Wicht und Beat Abegg-len wurden wiedergewählt.Am Brienzersee ist Beat Abegg­len noch der einzige Berufs­fischer, nachdem Hanspeter Kaufmann sein Patent aufgegeben hat.

2015 setzte er an 27 Tagen Netze, davon 24 für das Programm, mit dem der Kanton die Entwicklung der Fischbestände beobachtet. Nachdem sich die Daphnien – Planktonarten, die gutes Felchenfutter sind – in den letzten Jahren wieder stark vermehrt haben, fing Beat Abegglen auch wieder etliche erstaunlich grosse Felchen. Mit 401 Kilo entsprachen die Erträge aber wie schon in den Vorjahren keiner gewerblichen Fischerei mehr.

Viele Egli, wenig Felchen

Mit 24 respektive 78 Tonnen ­lagen die Erträge von Thuner- und Bielersee im Rahmen nor­maler Schwankungen, wie Christoph Küng vom kantonalen Fischereiinspektorat erläuterte. Wie in warmen Jahren üblich wurden sehr viele Egli gefangen. Den tieferen Felchenertrag führt Küng vor allem darauf zurück, dass Fischer wegen der arbeitsintensiven Egli weniger Zeit für den Felchenfang hatten.

Sterile Brienzlige sind weg

Gonadenveränderungen an Thuner- und Brienzerseefelchen, die vor einigen Jahren Besorgnis auslösten, werden heute kaum mehr gefunden. Das gilt sowohl für die Verwachsungen, die vor allem die Organe von Thunerseefelchen betrafen, als auch für die fehlenden Fortpflanzungsorgane (Sterilität) von Brienzligen im Brienzersee.

Die Altersverteilung der gefangenen Felchen hat sich ebenfalls wieder normalisiert, und die Kondition der Felchen ist in den Oberländer Seen stabil, während sie im Bielersee tendenziell ­abnimmt.

Die Konzentration des Phosphats – des Nährstoffs, der das Wachstum des Planktons steuert – ist in den grossen Seen dank Kläranlagen wieder auf die Werte vor der grossen Gewässerverschmutzung der 1960er- bis 1980er-Jahre gesunken. Weil ­damit auch die Erträge der Berufsfischer stark zurückgegangen sind, setzen sie sich auf schweizerischer Ebene dafür ein, dass die Kläranlagen mehr Phosphat im Wasser lassen.

Keine Erhöhung, aber einen Verzicht auf eine weitere Reduktion der Phosphatkonzentrationen streben die kantonalen Fischereibehörden an, wie Fischereiinspektor Thomas Vuille in Faulensee erläuterte. Sie verhandeln derzeit mit den kantonalen Gewässerschutzstellen darum, dass es künftig neben oberen auch untere Phosphatgrenzwerte gibt, wobei nicht alle Seen über den gleichen Kamm geschoren werden sollen. Zugleich müssten Fischer und Verwaltung die Fische auch stärker mit Gewässerrenaturierungen fördern.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 14.02.2016, 20:16 Uhr

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