Arbeitsreiche 140 Tage

Zweilütschinen

Der Forst Lütschinentäler ist seit 140 Tagen operativ tätig. Nun gewährten die Verantwortlichen Einblick in die Arbeit.

Ralf Schai, Betriebsleiter Forst Lütschinentäler, erklärt anhand des gefällten Baumes das Eschensterben. Fotos: Samuel Günter

Ralf Schai, Betriebsleiter Forst Lütschinentäler, erklärt anhand des gefällten Baumes das Eschensterben. Fotos: Samuel Günter

Samuel Günter@samuel_guenter

«Im April wäre es kalt und nass gewesen», meinte Betriebsleiter Ralf Schai am Montag an der Information zu 140 Tagen Forst Lütschinentäler. Weiter wären die «normalen» 100 Tage zu kurz gewesen, vertiefte Erkenntnisse zu gewinnen.

Nun ja, auch an diesem Tag Ende Mai war es weder trocken noch sonderlich warm beim Meizun in Zweilütschinen. Doch Schai konnte den Vertretern der angeschlossenen Gemeinden und anderen Interessierten einen aufschlussreichen Einblick in die Arbeit des neuen Verbundes geben.

Der Forst Lütschinentäler führte seine Delegiertenversammlung im Freien durch.

So habe man in dieser Zeit unter anderem sechs Hektaren jungen Schutzwald und sieben Hektaren sonstigen Jungwald gepflegt. Das Team führte Spezialholzungen an der A8 durch, traf Massnahmen zum Schutz vor Borkenkäfern und sorgte dafür, dass Holz nicht Gerinne in Schutzwäldern blockieren kann. Noch sei der Prozess des Zusammenwachsens nicht abgeschlossen, meint Schai. Aber: «Es läuft viel, und es läuft gut».

Wie diese Arbeit im Alltag aussieht, demonstrierte Lehrling Simon Brunner: er fällte eine Esche. Im Vergleich zu den nötigen Kletter- und Sicherungsarbeiten fiel das eigentliche Fällen sehr kurz aus. Die Esche war von der Eschenwelke – auch bekannt als Eschensterben – befallen.

Lehrling Simon Brunner zerlegt die Esche, die er gefällt hat.

Ein Pilz, der sich in den hiesigen Wäldern rasch ausbreitet und die Forstwirtschaft vor Probleme stellt. «Laut der Wissenschaft sollten fünf bis zehn Prozent der Eschen resistent sein», erklärte Verbandspräsident René Leuthold. «Aber die sind mir und Ralf Schai in unseren Wäldern noch nicht begegnet.»

Kurze Delegiertenversammlung

Der Gemeindeverband Forst Lütschinentäler kümmert sich um eine Fläche von circa 6000 Hektaren Wald. Getragen wird er von den Gemeinden, Gündlischwand, Lütschental, Lauterbrunnen und der Burgergemeinde Wilderswil. Im Vorfeld des Informationsanlasses fand die erste Delegiertenversammlungen im neuen Jahr statt. Wichtigstes Geschäft: die Wahl einer Revisionsstelle.

Die Delegierten folgten dabei dem Antrag des Vorstandes und gaben der ROD Treuhand AG den Auftrag. Ausschlaggebend war, dass das Unternehmen auch die Gemeinde Lauterbrunnen betreut, welcher der Gemeindeverband administrativ angegliedert ist.

Berner Oberländer

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