6-Tonnen-Fadenspule und Museumsgondel

Grindelwald

Der Verwaltungsrat der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen AG informierte die Aktionäre mit Neubaubildern und ein wenig Nostalgie.

Peter Meyer (l.) als Vertreter der Bergschaft Itramen hat die GGM von Anfang an und auch beim Neubau unterstützt. Sein Amt im Verwaltungsrat übernimmt neu Samuel Jossi.

Peter Meyer (l.) als Vertreter der Bergschaft Itramen hat die GGM von Anfang an und auch beim Neubau unterstützt. Sein Amt im Verwaltungsrat übernimmt neu Samuel Jossi.

(Bild: Anne-Marie Günter)

263 Aktionäre der Gondelbahn Grindelwald–Männlichen – sie vertraten 70,8 Prozent des Aktienkapitals – tagten zum ersten Mal in der Bahngeschichte nicht im Berghaus Männlichen, sondern im Kongresssaal Grindelwald. Ihre Bahn, vor 41 Jahren in Betrieb genommen, gibt es seit Ende März nicht mehr.

Aktuelle Bilder zeigten, dass die Nachfolgerbahn auf guten Wegen ist. Die Masten wurden in 160 Rotationen des Kamov-Helis gesetzt, die Bauten der Mittelstation Holenstein und der Bergstation sind weit fortgeschritten und sind Zeugen, dass hier eine sehr moderne Gondelbahn (D-Line-Generation) entsteht, mit anthrazitfarbigen 12er-Gondeln. Die Seile sind auf sechs Tonnen schweren «Fadenspulen» vor Ort.

Solaranlage auf Bergstation

«Der Verwaltungsrat hat heute beschlossen, auf der Bergstation eine Solaranlage zu installieren», sagte Verwaltungsratspräsident Andreas Kaufmann. Heiterkeit riefen die Bilder über die Vielfalt der Fahrzeuge hervor, mit denen die alten Gondeli von ihren Käufern abtransportiert worden sind.

Auf Anfrage von Aktionär Martin Schulthess gab Geschäftsführer Daniel Zihlmann bekannt, dass im Verkehrshaus eine jetzt historische GGM-Gondel zu sehen sein wird, mit Technik.

Letztes gutes Gondelijahr

2018 erzielte die GGM einen Betriebsertrag von 8,81 Millionen Franken, 7,88 Prozent mehr als im Vorjahr. Sehr gut war der Sommer mit einem Ertrag von 2,26 Millionen Franken. Im Winter punkteten vor allem die Wintersportanlagen mit Frequenzen von 1131335 Millionen (plus 3,91 Prozent). Das unstete Winterwetter verursachte allerdings hohe Kosten. Der Aufwand der GGM betrug 6,15 Millionen Franken. Ausgewiesen wurde nach Abschreibungen von 2,62 Millionen Franken ein Jahresgewinn von 14818 Franken. Der Bilanzgewinn stieg damit auf 1,647 Millionen Franken, und die Aktionäre übertrugen ihn ohne Gegenstimme auf die neue Rechnung.

Mit der Beschneiung Tschuggen–Gummi und dem neuen 400 Meter langen Gratskilift wurde in den Winter investiert. Am 14. Dezember 2019 wird die neue Gondelbahn fahrbereit sein, im Sommer gibts einen fahrplanmässigen Betrieb von Grindelwald Bus mit einer Tageskapazität von 640 Personen. Gruppen sollten reservieren. Die Bergschaft Itramen delegierte Samuel Jossi neu in den Verwaltungsrat, die Aktionäre wählten ihn ohne Gegenstimme. Er ersetzt Peter Meyer, der seit den GGM-Anfängen und auch während der V-Bahn-Planungszeit als Bergschaftsvertreter Wegbereiter auch bei den Grundeigentümern war.

Berner Zeitung

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