4000 starten am schönsten Marathon

Interlaken

Am 24. Jungfrau-Marathon vom Samstag werden rund 4000 Läuferinnen und Läufer die 42,2 Kilometer unter die Füsse nehmen. Langdistanz-Berglauf-Weltmeisterin Martina Strähl strebt den Sieg an.

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Der Jungfrau-Marathon ist nicht einfach ein Rennen von A nach B. Es ist ein Lauf mit einer tollen Stimmung von der ersten bis zur letzten Sekunde und ein Naturerlebnis, wie es kein anderer Laufevent bieten kann. Der schönste Marathon der Welt eben.

Auf der 42,195 Kilometer langen Strecke haben die Läuferinnen und Läufer 1839 Höhenmeter zu bewältigen. Race-Director Richi Umberg ist mit der Qualität des Starterfeldes sehr zufrieden. «Es wird ein spannendes Rennen geben», prophezeit der fünffache Schweizer Marathonmeister.

Sieg bei den Frauen?

Am Jungfrau-Marathon starten sowohl Spitzenathletinnen und -athleten wie Hobbyläuferinnen und -läufer aus 60 Ländern. Die Cracks aus dem Ausland lassen nur selten einen Schweizer Sieg zu. Am kommenden Samstag könnte es aber wieder einmal soweit sein. Zum zweiten Mal nach 2013 ist nämlich die 29-jährige Martina Strähl aus dem solothurnischen Horriwil am Start.

Sie ist die aktuelle Langdistanz-Berglauf-Weltmeisterin! Sie verzichtet auf die Verteidigung ihres Titels, denn: «Ich möchte den Jungfrau-Marathon unbedingt einmal gewinnen.» Auf der Startliste steht zwar auch der Name der vierfachen Jungfrau-Marathon-Siegerin Aline Camboulives aus Frankreich, ihre Teilnahme ist aber nicht ganz sicher. Startet die Französin nicht, dürfte die deutsche Berglaufmeisterin Michelle Maier die grösste Konkurrentin der Schweizerin sein.

Bei den Männern fehlt Vorjahressieger Shaban Mustafa aus Bulgarien, weil in seinem Land gleichentags die Berglauf-Langdistanz-WM stattfindet. So rücken der im deutschen Mittenwald lebende Schotte Robbie Simpson und Birhanu Mekonnen in die Favoritenrolle. Der Äthiopier wurde 2014 Dritter und 2015 Zweiter.

Bester Schweizer dürfte Patrick Wieser (Aadorf TG), der letztjährige Vierte, werden. Er hat dieses Jahr bereits den LGT-Alpen-Mara­thon in Liechtenstein gewonnen. Weitere Schweizer mit Chancen auf einen Spitzenplatz: Stefan Wenk (Greifensee) und Lucien Epiney (Leukerbad).

Der Adelbodner Jonathan Schmid und der in Ringgenberg wohnende Lauterbrunner Philipp Feuz werden zwar mit den absoluten Spitzenläufern nicht mithalten können, ein Platz unter den 15 Schnellsten der Kategorie M20 ist ihnen aber zu­zutrauen. Feuz war 2013 nach 3 Stunden, 15 Minuten und 27 Sekunden auf der Scheidegg und wurde Kategorien-Zehnter. 2014 war er 12 Minuten langsamer und wurde Elfter.

Im letzten Jahr musste er krankheitshalber pausieren. Und nun? «Ich fühle mich gut in Form», sagt der 33-Jährige. Das beweisen sein Sieg am Glacier 3000 Run und der vierte Platz am Inferno-Halbmarathon. Sein Ziel am Samstag: «Mit einer Zeit unter 3:30 einen guten Lauf zeigen.»

Stärker als sich selber stuft Feuz den Adelbodner Jonathan Schmid ein. Dieser gewann heuer bereits den Blüemlis­alplauf in Reichenbach und den Aletsch-Halbmarathon. «Ich fühle mich sehr gut in Form», gibt sich der 24-Jährige zuversichtlich. Im Hinblick auf die Herausforderung Jungfrau-Marathon habe er vermehrt längere Trainingseinheiten eingebaut. «Mein Ziel ist eine Zeit um 3:25.»

Bei den Frauen fehlt nach dem verletzungsbedingten Forfait der letztjährigen Dritten, der Spiezerin Conny Berchtold, eine Oberländer Anwärterin auf einen Podestplatz. Beste Oberländerin dürfte die Unterseenerin Karin Jaun werden.

Sie hat 2015 in der Kategorie M45 gewonnen. Sie sei «zwäg», sagt die 47-Jährige, «aber mi wird geng es Jahr elter». «Am Jungfrau-Marathon ist Karin immer in Form und bringt eine gute Leistung», sagt dazu Richi Umberg. Mit vorderen Plätzen in ihrer Kategorie dürfen auch Judith Graf (Matten) und Carmen Bähler (Thun) liebäugeln.

Mit Dopingkontrollen

Am Jungfrau-Marathon erhalten neu nur noch die ersten acht Preisgelder (bisher die besten zehn). Die Männer und die Frauen bekommen übrigens gleich viel.

Race-Director Richi Umberg macht darauf aufmerksam, dass am diesjährigen Jungfrau-Marathon Dopingkontrollen durchgeführt werden. Auf Rechnung der Organisatoren. «Wir wollen ein Zeichen für sauberen Sport setzen.»

Zeitplan: Freitag, 9. September, 9 bis 20 Uhr: Marathon-Expo in Das Zelt. 14.30 bis 17.50 Uhr: Minirun für Kinder und Jugendliche auf dem Höheweg und um die Höhematte (Distanzen je nach Kategorie 200 bis 1609 m) und Jungfrau-Pararace (Rollstuhl und Handbike). 16.30 bis 17.15 Uhr: Autogrammstunde mit Nicola Spirig beim Mine-ex-Stand. 18.20 Uhr: Pararace-Meile. 18.40 Uhr: Jungfrau-Meile. 19 Uhr: Jungfrau-Minimarathon (4,2 km um die Höhematte; Charity-Aktion zugunsten des Rotary-Projektes Mine-ex). 20 Uhr: Siegerehrung Jungfrau-Meile und Pararace-Meile in Das Zelt. Samstag, 10. September, 9 Uhr: Start zum 24. Jungfrau-Marathon (Höheweg); Ehrenstarterin Nicola Spirig. Ca. 12 Uhr: Sieger am Ziel auf der Kleinen Scheidegg. 13.30 Uhr: Flower-Ceremony Kleine Scheidegg. 19 bis 20.15 Uhr: Siegerehrung der Besten in Das Zelt. 20.30 Uhr: Farewell-Party mit Mr Ray’s Class in Das Zelt (Eintritt frei).

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