3000 Trail-Runner auf den Wanderwegen

Grindelwald

Am Wochenende war Grindelwald «the place to be» für Trailrunner aus der ganzen Welt, auch wenn der 6. Eiger Ultra Trail etwas unter einem Gewitter litt.

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Traditionell und hip: «So neu ist der Sport gar nicht, früher hiess er Berglauf», sagt Marcel Marti, der den Eiger Ultra Trail vor sechs Jahren erfunden und zusammen mit OK-Präsident Ralph Näf, Marc Blanc und stetig mehr Mitorganisatoren zum Erfolg geführt hat.

Dass das Trailrunning, wie der Sport heute heisst, voll im Trend liegt, zeigen die fünf Streckenangebote E51, E35 und E16, eine Surprise-Strecke auf verborgenen Wanderwegen, und die Königsdisziplin, die Hardcore-Strecke E101. Grindelwald, First, Faulhorn, Schynige Platte und dann von Burglauenen über den Berg nach ­Wengen, Männlichen, Kleine Scheidegg und Pfingstegg; 101 Kilometer und 6700 Meter Höhendifferenz.

Gesucht und gebucht: 2700 Teilnehmer sind am Eiger Ultra Trail auf den Langdistanzen vorgesehen. Die Startplätze waren innert 60 Minuten vergeben. 70 Nationen waren dabei. Wegen eines Serverproblems beim Datenverarbeiter gabs eine gewisse Überbuchung. Die Organisatoren und ihre 600 freiwilligen Helfer machtens möglich, dass rund 350 Läuferinnen und Läufer mehr an den Start gehen konnten als vorgesehen.

Mit Sack und Pack: Sicherheit ist den Veranstaltern wichtig, Selbstverantwortung zählt. Im obligatorischen Rucksack – dank des Trailrunner-Designs kaum als solcher erkennbar – sind unter anderem eine Rettungsdecke, eine elastische Binde und wärmere Bekleidung mitzuführen. Die E101-Läuferinnen und -Läufer erhalten einen GPS-Tracker und brauchen Stirnlampen. Nicht nur für den Start, der morgens um 4 Uhr zu den Klängen von Daniel Kandlbauers «This ist your time» erfolgte, sondern auch, wenn sie ab 21.30 Uhr noch unterwegs sind.

Blitz und Donner: Nur die schnellsten 64 Läufer und 11 Läuferinnen konnten am Samstag die E101-Strecke beenden, bevor ein starkes Gewitter die Organisatoren zum Rennunterbruch und die Läuferinnen und Läufer zur Pause zwang. Um 20 Uhr erfolgte dann auf dem Männlichen ein Neustart; auf den Abstecher über die Pfingstegg musste wegen durchnässten Bodens verzichtet werden. Über Nacht kreierte das OK ein aus­geklügeltes System, damit für den um 20 Kilometer kürzeren Langdistanzlauf eine möglichst gerechte Rangliste erstellt werden konnte.

Weg und Ziel. Manchmal sei in den Bergen halt der Weg das Ziel, sagte Kurt Egger, Präsident des Bergführervereins. «Die Stimmung war positiv», sagte Ralph Näf. Und manchmal sogar mehr. Überglücklich zum Beispiel war Ueli Schneider aus Frutigen, der in der Kategorie Seniors II in 14:18:26,4 das Ziel erreichte, weil sein Knie nach einem Unfall den Strapazen wieder gewachsen war. Strahlend und begeistert von der Bergwelt zeigte sich der Katalane Pau Capell, der zum ersten Mal kam, sah und gleich siegte. In einer Zeit von 11:24:38,4. Er erhielt, ebenso wie Damen-Overall-Siegerin Kathrin Götz aus Bellach, einen Eispickel.

Alle Ranglisten und weitere Infos: www.eigerultratrail.ch.

Berner Oberländer

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