21-Jähriger belästigte sein Umfeld mit Sex-Nachrichten

Wegen Pornografie verurteilte das Regionalgericht Oberland einen 21-jährigen Mann zu einer Geldstrafe und weist ihn an, die Therapie fortzusetzen.

Der Mann schickte unbekannten Personen Bilder von sich.

Der Mann schickte unbekannten Personen Bilder von sich.

(Bild: Thomas Egli)

2016 und 2017 begann der junge geistig eingeschränkte Mann von seinem Mobiltelefon aus an ihm unbekannte Personen Bilder zu verschicken. Auf den Bildern zeigte er sich nackt, und im mitgeschickten Text forderte er dazu auf, seinen Penis zu massieren, oder fragte, ob das angefragte Mädchen den Penis in den Mund nehmen würde.

Anderen Personen schickte er Bilder von Kindern und fragte den Empfänger per Whatsapp: «Haben meine kleinen Nachbarinnen schon einen Orgasmus?» Die Bilder zeigten acht- oder neunjährige Kinder. Die Empfängerinnen und Empfänger der Nachrichten fühlten sich belästigt.

Ein Familienvater, der insgesamt dreimal solche Post bekam, zeigte den Absender letztlich an. «Ich wollte das stoppen, denn ich fragte mich, was das mit den Opfern macht», sagte er. Für ihn sind die abgebildeten Kinder Opfer.

Auch Prostituierte belästigt

Bei den verschiedenen Vorfällen handelt es sich ganz klar um Pornografie. Der entsprechende Gesetzesartikel dient dem Jugendschutz und soll die Unter-16-Jährigen vor sexuellen Handlungen schützen. Strafbar macht sich auch, wer unaufgefordert solche Inhalte verschickt und wer zur Mitwirkung auffordert.

In der Anklageschrift werden zehn Vergehen aufgelistet. Dazu kommt, dass der Angeklagte im Internet den Suchbegriff «Lesben Sex mit Kinder» eingab. Offenbar gelangte er aber nicht an pornografische Inhalte mit Kindern. Daher wertete die Gerichtspräsidentin dies als Versuch.

Vorgehalten wurde dem jungen Mann auch der Missbrauch einer Fernmeldeanlage, in dem er über Whats app mit einer ihm unbekannten Sexarbeiterin Kontakt aufnahm und diese mit Nachrichten belästigte.

Verzögerte Entwicklung

In seinem Plädoyer legte der Verteidiger des jungen Mannes Wert darauf zu erklären, wie es dazu kommen konnte. «Die geistige Entwicklung blieb stehen, aber die körperliche Entwicklung verlief altersgerecht. Er konnte deshalb sein sexuelles Verhalten nicht steuern. Er gehört in eine Therapie, aber nicht weggesperrt, da er willig ist, eine Therapie zu machen.»

In der Begründung des Urteils folgte die Gerichtspräsidentin im wesentlichen den Ausführungen des Verteidigers. Sie verurteilte den eingeschränkt schuldfähigen Mann zu einer unbedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu 10 Franken.

An seinem geschützten Arbeitsplatz erhält er neben der IV-Rente zehn Franken Lohn pro Tag. Da das psychiatrische Gutachten von einer erheblichen Rückfallgefahr spricht, ordnete die Richterin zudem folgende Massnahme an: Er muss weiterhin eine ambulante Therapie besuchen, die die Störung der Sexualpräferenz behandelt und stützt und integriert. Er wird weiterhin in einer geeigneten Institution wohnen und arbeiten.

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