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Kleine Scheidegg: Helikopter fliegt Eingeschlossene ins Tal

In der Nacht auf Donnerstag waren rund 200 Touristen und Angestellte im Bergrestaurant auf der Kleinen Scheidegg im Berner Oberland eingeschlossen.

Eine Tanne stürzte wegen des heftigen Sturms auf die Fahrleitung der Wengernalpbahn oberhalb der Allmend/Wengen.
Eine Tanne stürzte wegen des heftigen Sturms auf die Fahrleitung der Wengernalpbahn oberhalb der Allmend/Wengen.
Kathrin Naegeli
Die Räumungsarbeiten am Freitagmorgen
Die Räumungsarbeiten am Freitagmorgen
Kathrin Naegeli
So sah es am Freitagmorgen beim Bahnhof auf der Kleinen Scheidegg aus.
So sah es am Freitagmorgen beim Bahnhof auf der Kleinen Scheidegg aus.
Printscreen Webcam Bergfex
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Das Sturmtief Günter wirkte sich in der Nacht auf gestern Freitag in Form eines veritablen Föhnsturms im Oberland aus: Dieser fällte mit Spitzengeschwindigkeiten von gegen 180 Stundenkilometern diverse Bäume und sorgte in höheren Lagen für Schneeverwehungen.

Wegen des Sturms sowie einer technischen Störung im Bereich des Eigergletschers wurden rund 200 Personen im Bergrestaurant der Kleinen Scheidegg untergebracht. Dort wurden sie von Mitarbeitenden der Jungfraubahnen vor Ort betreut und verpflegt. Wie Kathrin Naegeli, Mediensprecherin der Jungfraubahnen, auf Anfrage bestätigt, waren alle 200 gestrandeten Passagiere zu jedem Zeitpunkt wohlauf.

Vereinzelte Touristen hätten sich zwar zu Beginn etwas gefürchtet, doch alle Personen seien in Sicherheit gewesen, niemand verletzt oder krank. «Wie ich von den Leuten gehört habe, waren ihnen wohl und sie gaben sich mit der Situation ab. Alle hatten warm, genügend zu essen und zu trinken», so Naegeli. Am Freitagmorgen konnten alle Gestrandeten innerhalb von zwei Stunden per Helikopter oder über eine zweite Route via Sesselbahn Arven, Auto und Bahn ab Brandegg ins Tal gebracht werden.

Die Zufahrt zur Kleine Scheidegg war sowohl von Lauterbrunnen bis zum Freitagmittag unterbrochen, seither aber wieder offen. Von Grindelwald her ist die Kleinen Scheidegg ab heute wieder fahrplanmässig erschlossen. Der für das Wochenende geplante Wintersportbetrieb auf den Anlagen Wixi und Lauberhorn findet nicht statt.

Diese Aufnahmen zeigen, wie der Sturm getobt hat. Video: 20 Minuten/Leserreporter

Manche mussten auf Bänken übernachten

Die Jungfraubahnen selber verzeichnen diverse Schäden an den Fahrleitungen auf den Strecken der Wengernalpbahn (WAB) und der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM). Die Aufräumarbeiten sind im Gang. Auch auf der gegenüberliegenden Talseite war am Donnerstagabend ab 18 Uhr der Betrieb der Schilthornbahn zwischen Stechelberg und Mürren eingestellt worden.

Die Kantonspolizei Bern nahm am Freitagmorgen zehn Meldungen aus dem östlichen Berner Oberland bis hinunter nach Merligen und Därligen entgegen. Dabei handelte es sich laut Kapo-Sprecher Dominik Jäggi ausnahmslos um umgestürzte Bäume. Vereinzelt wurden durch den Föhn auch Baustellenabschrankungen weggefegt.

Zwischen Unterseen und Beatenberg hat der Föhnsturm in der Donnerstagnacht eine grosse Fichte entwurzelt. Der Baum stürzte über eine rund 30 Meter hohe Felswand auf die Kantonsstrasse hinunter. Die Leitplanke wurde zerstört. Weitere Schäden sind keine zu beklagen, auch keine Personen- oder Tierschäden.

Am Freitagmorgen konnte der an der Leitplanke hängende Baum durch den Transportunternehmer Daniel Morger (Rubin & Morger) mit dem Hydraulikkran geborgen und durch den Strassenunterhalt zersägt werden. Zwischenzeitlich war die Strasse für den Durchgangsverkehr nur wechselseitig einspurig passierbar, teilweise war sie kurzfristig gar gänzlich gesperrt.

Waren Sie vom Schneesturm im Berner Oberland betroffen? Dann schicken Sie und Ihre Bilder/Videos an online@bernerzeitung.ch

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