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Trotz Regen: 20'000 Besucher am Seaside Festival

Bekannte und aufstrebende nationale Künstler sowie internationale Topstars: Das zweite Seaside Festival in der Bucht war ausverkauft – trotz kühlem und zuweilen nassem Wetter.

Abendstimmung am Seaside Festival 2018 beim Konzert von Gotthard.
Abendstimmung am Seaside Festival 2018 beim Konzert von Gotthard.
Christoph Buchs
Eine Legende am Seaside Festival: Philipp Fankhauser...
Eine Legende am Seaside Festival: Philipp Fankhauser...
Christoph Buchs
«It's Raining Again»: Der wohl grösste Hit von Supertramp passte bestens zur aktuellen Wetterlage am Seaside Festival.
«It's Raining Again»: Der wohl grösste Hit von Supertramp passte bestens zur aktuellen Wetterlage am Seaside Festival.
Christoph Buchs
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Bereits das zweite Spiezer Seaside Festival war mit je 10'000 Besuchern am Freitag und am Samstag restlos ausverkauft. Die Veranstalter um Open-Air-Ur­gestein Philippe Cornu (58) und Sacha Altermatt (39) blicken auf eine «erfolgreiche zweite Ausgabe» zurück.

Am selbst ernannten Wohlfühlfestival, an welchem nebst der Musik auch die Kulinarik und die Dekoration einen hohen Stellenwert geniessen, vermochte das durchzogene Wetter – vorab am nasskalten Classic-Rock-Samstag – die entspannte und friedliche Stimmung in der Bucht nicht zu trüben.

Der Grossanlass ging ohne nennenswerte Zwischenfälle über die Bühne. «Wir hatten 51 Sanitätsfälle, 49 davon konnten mit einem Pflästerli erledigt werden. Zwei Schnittverletzungen wurden direkt vor Ort behandelt», so Altermatt.

Ein nächtlicher Musik-Leckerbissen auf der neuen Session-Bühne: Veronica Fusaro.
Ein nächtlicher Musik-Leckerbissen auf der neuen Session-Bühne: Veronica Fusaro.
Jürg Spielmann
Die Thunerin überzeugte bei ihrem Soloauftritt am späten Freitagabend eine grosse Zuhörerschar
Die Thunerin überzeugte bei ihrem Soloauftritt am späten Freitagabend eine grosse Zuhörerschar
Jürg Spielmann
Rebekka aus Bern war die erste, die kurz nach Mittag das Gelände des Seaside Festivals in der Spiezer Bucht betreten durfte.
Rebekka aus Bern war die erste, die kurz nach Mittag das Gelände des Seaside Festivals in der Spiezer Bucht betreten durfte.
Jürg Spielmann
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Die Neuerungen mit dem erweiterten Festgelände, dem Village mit Food-Trucks auf der Minigolfanlage, der neuen Session-Bühne, der Kinder- und Behindertentribüne, dem ausverkauften Nachtschiff und dem Wassertaxi seien beim Publikum «sehr gut angekommen», resümiert Philippe Cornu.

Im Vergleich zur letztjährigen Premiere seien bedeutend mehr Zweitagespässe verkauft worden. Der Radius, aus dem die Besucher anreisen, beträgt laut Cornu 30 Kilometer. Auffallend viele Gäste kamen aus dem Wallis an den Thunersee.

«Höhepunkte waren all die glücklichen Gesichter sowie die Tatsache, dass bewusst Musik konsumiert wurde, was dieser eine Wertigkeit gibt, die sie verdient», so Cornu. Das dritte Seaside Festival wird am 23. und 24. August 2019 stattfinden.

Stimmgewaltige Stars, nationale Nachwuchs-Perlen

Die grossen nationalen und internationalen Namen hielten meist, was die Besucher sich von ihnen versprachen. Am poppig ausgerichteten Freitag wurden von den Musikfans speziell die fulminante Show des blendend aufgelegten Soulsängers Seven und die nimmermüde Powerfrau Anastacia ­­– funky in Ton und Style – gefeiert.

Die US-Amerikanerin brachte in ihrem gut einstündigen Set kaum alle Hits unter. Die schottische Headline­rin Amy Macdonald bot eine grundsolide Liveshow – nicht mehr und nicht weniger. Der Zürcher Poprapper Bligg sorgte schliesslich für einen schwungvollen Ausklang am Auftakttag.

Als Juwel entpuppte sich die neue und gedeckte Session-Bühne auf der Badiwiese, welche in den 45-minütigen Umbaupausen von Schweizer Nachwuchsacts bespielt wurde. Der Appenzeller Marius Bear oder auch die Zermatter Folkpopband Wintershome (fünf der sechs Mitglieder sind Kinder oder Neffen von Skirennfahrer Pirmin Zurbriggen) sorgten für Gänsehautmomente.

Für magische Momente war am Freitagabend Veronica Fusaro besorgt. Nur mit ihrer akustischen Gitarre bot sie einen frenetisch bejubelten Soloauftritt. Wie die zierliche Thunerin die Bühne ausfüllte, war schlicht grossartig. «Better if i go», sang sie zum Schluss. Für viele hätte sie noch lange bleiben dürfen.

Augenfällig am zweiten Festivaltag war das altersmässig bunt durchmischte Publikum: Hits vergangener Tage lockten sowohl ältere wie auch jüngere Besucher nach Spiez. Von einer unglaub­lichen Energie für einen 71-Jährigen ist Mick Box, Gitarrist und einziges verbliebenes Gründungsmitglied von Uriah Heep, der Band, die neben «Lady in Black» viel harten und schweren Rock spielt.

Stimmig, aber wegen technischer Probleme nur kurz war der Auftritt von Dire Straits Experience mit allen Hits von «Walk of Life» bis «Sultans of Swing». Gotthard präsentierten mit akustischen Instrumenten und starken Backgroundsängerinnen eine pompöse Show. Und Supertramp-Legende Roger Hodgson begeisterte mit seiner glockenhellen Stimme.

O-Ton

«Miner Liebe, hiä in Spiez, da trifft man sich!»

Weiss Sängerin Stefanie Heinzmann, als sie während ihres Konzertes den Überraschungsgast Seven ankündigt.

«Ihr seht alle aus wie Nonnen...»

Der blendend aufgelegte Supertramp-Superstar Roger Hodg­son beim Blick ins Publikum, das des Regens wegen in weissen Sponsorenpelerinen steckt.

«Wir haben uns nun darauf geeinigt, dass er Mister Sea ist. Und ich bin Mister Side.»

Philippe Cornu augenzwinkernd zum Übernamen «Mr. Seaside», den diese Zeitung seinem Festivalgeschäftspartner Sacha Altermatt, einem gebürtigen Hondricher, verliehen hat.

«Wow, ich sehe jede Menge Ponchos. Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung!»

Uriah-Heep-Sänger Bernie Shaw ans Publikum gerichtet.

«The Papst in Spiez... da hani grad dr Chnüüschlotteri!»

Gotthard-Sänger Nic Maeder, der selber kaum Deutsch spricht, übte sich in der Präsentation der Mutter aller Zungenbrecher.

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