100-Jahr-Feier auf der Tellenburg

Die SVP-Sektionen Aeschi, Frutigen, Kandersteg und Reichenbach feierten das Jubiläum.

Sie organisierten die Feier (v.l.): Hansruedi Wandfluh, Alfred von Känel, Silvia Schär, Beat Schranz, Miriam Schneider, Philipp Zaugg, Marianna Bütschi und Kurt Zimmermann. Foto: Anne-Marie Günter

Sie organisierten die Feier (v.l.): Hansruedi Wandfluh, Alfred von Känel, Silvia Schär, Beat Schranz, Miriam Schneider, Philipp Zaugg, Marianna Bütschi und Kurt Zimmermann. Foto: Anne-Marie Günter

1919. Der Erste Weltkrieg war vorbei, der Landesstreik überstanden. Die junge Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei fasste auch im Frutigland Fuss. «Man muss noch merken, dass man ein Jubiläum feiern kann», sagte Alt-Nationalrat Hansruedi Wandfluh am Sonntag auf der Tellenburg. Die SVP-Sektionen Aeschi, Frutigen, Kandersteg und Reichenbach haben noch rechtzeitig gemerkt, dass die 100-Jahr-Feier anstand.

Ihre Präsidenten Philipp Zaugg, Beat Schranz, Miriam Schneider und Silvia Schär haben sich dem Organisationskomiteepräsidenten Hansruedi Wandfluh zur Seite gestellt, dazu kamen die Frutiger Gemeinderätin Marianna Bütschi und Grossrat Kurt Zimmermann. Mit dem Verein Freunde der Tellenburg hat das OK einen Partner gefunden, dessen Festinfrastruktur es übernehmen konnte und der für Verpflegung sorgte.

Hansruedi Wandfluh blickte auf die Geschichte zurück. Am Anfang stand die Rede, die Ruedi Minger, Landwirt aus Schüpfen und späterer Bundesrat, am 24. November 1917 im Berner Bierhübeli hielt. Er war Bauer und Bauernfunktionär und plädierte für eine Partei, welche die unter Druck geratene Landwirtschaft politisch stützte. Am 15. Dezember 1918 kamen im Landhaus Frutigen 350 Leute zusammen, um eine Sektionsgründung zu diskutieren.

Gottfried Gnägi, dessen Sohn später Bundesrat wurde, überzeugte. Eher Bedenken hatte der Notar und Nationalrat Arnold Gottlieb Bühler, der für die Entwicklung des Tals viel getan hatte. Er blieb beim Freisinn. Aber man beschloss nach der Parteigründung am 2. Februar 1919, dass es «Handreichungen gegen die Linksstehenden» geben werde. Im Kanton Bern wurde die SVP die staatstragende Partei.

News mit Leintuch

Alt-Regierungsstatthalter Christian Rubin stellte das Leben im Kandertal um 1919 vor. Mit weissen Leintüchern zeigte man Gutes an wie eine Geburt, mit schwarzen Unglückliches wie den Tod. Offizielle Nachrichten vermeldete ein Umsager. Ersatzkaffee und Geissenmilch waren gewünschte Innovationen. Schieferbau und Zündholzproduktion waren zum Erliegen gekommen. Im Bären in Reichenbach suchten russische Herren die besten Arbeitskräfte aus, die sie nach Russland mitnahmen.

Als erster Festredner begrüsste SVP-Schweiz-Präsident Albert Rösti die SVP-Familie. Im Frutigland ist für den gebürtigen Kandersteger die Familienbande eng. «Die Tätigkeit im Tal war für mich das Wichtigste und hat mich geprägt. Man darf die Wurzeln nie vergessen», sagte er.

«Die SVP hat hundert Jahre das Richtige gemacht. Wir müssen auch heute Widerstand leisten und unsere Werte verteidigen. Freiheit, direkte Demokratie», sagte er. Die SVP sieht er heute als Wirtschaftspartei. Die kommende Legislatur sei entscheidend für die Armee und die Landwirtschaft. Statt Produkte, die zur Zerstörung der Regenwälder führten, solle man die hiesigen Produkte nicht mit Vorschriften zu Pestiziden abwürgen.

Viel Parteiprominenz

Den Abschluss in Sachen Reden machte Ständeratskandidat Werner Salzmann. Er schoss sich vor allem auf die Grünen ein, forderte gesunden Menschenverstand und eine wieder schlagkräftige Armee. «Wir sind die einzige Partei, welche die direkte Demokratie weiterträgt» sagte er.

Mit der SVP-Familie konnten die Organisatoren rechnen: Anwesend waren mit Erich von Siebenthal, Thomas Knutti, Nils Fiechter, Fabian Wyssen, Raphael Lanz, Samuel Krähenbühl und Madeleine Amstutz Nationalratskandidaten aus dem Oberland, aber auch solche von weiter weg wie Bauernpräsident Hans Jörg Rüegsegger, Erich Hess, Lars Guggisberg und Nadja Günthör kamen. Zu einem SVP-Fest im Kanton gehört der «Berner Marsch». Die Örgeli-Fründä Ritzgrat gaben ihm einige neue Variationen und trugen zur trotz Regenschauer und Kampfansagen doch sonnigen Festatmosphäre bei.

agg

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