Rosen verzaubern diesen Garten

Meine Oase: Bei Ursina und Robert Wampfler in Blankenburg blühen vierzig Rosenbäumchen über einem bunten Patchwork aus Blumen und Gemüse.

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Der grosse Garten beim 477-jährigen Bauernhaus am Hüsystutz, unweit von Schloss Blankenburg bei Zweisimmen, ist wohl einer der schönsten im ganzen Simmental. Üppig gedeiht darin Essbares neben Dekorativem: Krautstiele, Kürbis, Zucchetti und Tomaten, Petersilie, Minze und Melisse, Phlox, Zinnien, Cosmeen und Lavendel. Und darüber duften Rosenbäumchen, jedes in einer anderen Nuance. Das Durcheinander wirkt wohltuend natürlich, auch Wildkräuter wie Klatschmohn oder Skabiosen haben darin Platz: «Was immer Hübsches von selber gedeiht, darf bleiben», sagt Ursina Wampfler. Und verschenkt aus dem Überfluss grosszügig Sträusse. Ihr Garten ist berühmt für seine Rosen, deren Hauptblützezeit Anfang Juli ist. Die 55-Jährige hat auch rare und alte Sorten und am liebsten Bäumchen, da dank ihnen ihre Beete zweistöckig blühen.

«Was immer Hübsches von selber gedeiht, darf bleiben.» Ursina Wampfler

Aber wie überleben diese den Bergwinter? Ursina Wampfler erklärt: «Im Herbst biege ich die Kronen zu Boden, häufle Erde darauf und lasse sie zuschneien.» Wenn dabei trotz aller Sorgfalt ein altes Stämmchen bricht, greift sie zum Okuliermesser und veredelt einen jungen Trieb. Das hat sie von ihrer Mutter gelernt und in Kursen des Rosenzüchtervereins perfektioniert. Den rund tausend Quadratmeter grossen Garten beim ursprünglichen Elternhaus ihres Mannes Robert pflegt sie nur mit seiner Hilfe, seit Jahrzehnten. Obwohl sie beide in der Stadt Bern wohnen und arbeiten: Sie unterrichtet Erstklässler in Jegenstorf, er ist als Gewerbeschullehrer pensioniert und verwaltet jetzt Liegenschaften. Und beide spielen gekonnt Fagott. «Aber an den Wochenenden und in den Ferien kommen wir hierher ins Arbeitslager», scherzt Robert Wampfler. Der 71-Jährige ist zuständig fürs Rasenmähen in der Hoschtet, die knapp die Hälfte des Gartens ausmacht, und für die Weglein, beteiligt sich auch am Jäten. Und fotografiert die Pracht. Wird es eigentlich den passionierten Freizeitgärtnern nie zu viel? «Der Liegestuhl kommt schon zu kurz», sagt Ursina Wampfler lachend. «Und im Herbst seufze ich manchmal. Aber dann freuen wir uns beide bald schon auf den Frühling.»

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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