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Zwei Freunde rocken die Bühne

Vor fünfzig Jahren lernten sie sich kennen. Einer ging den Weg des Musikers. Der andere zog das Schreiben vor. Nun standen Gitarrist Tom Küffer und Stadtrat Beat Hasler gemeinsam auf der Bühne.

Der Politiker und der Musiker: Beat Hasler (links) und Tom Küffer bei ihrem Auftritt.
Der Politiker und der Musiker: Beat Hasler (links) und Tom Küffer bei ihrem Auftritt.

Beat Hasler und Tom Küffer trafen sich an einem Skiwochenende im Wallis. Hasler hatte seine Gitarre dabei, Küffer hätte nicht im Traum daran gedacht, seine Trompete mitzunehmen.

Viel mehr als eine Handvoll Griffe habe er nicht gekannt, erinnert sich Hasler heute, nach fünfzig Jahren. Und Küffer weiss noch genau: «Ich hatte mich sofort in Beats Gitarre verguckt. Ich steckte mitten in meinem Trompetentrauma. ‹Blowing in the Wind› mit Trompete war keine Option, und in meiner Familie standen mir zwei Generationen Marschmusik im Nacken.»

Die Gitarre der Schwester

Also schnappte sich Junghippie Küffer die Gitarren seiner Schwester Regula, heute eine der renommiertesten Querflötistinnen der Schweiz. «Irgendwann bespannte ich die klassische Gitarre meiner Schwester mit Stahlsaiten, was keine gute Idee war. Aber ich übte weiter. Auf der Gitarre bin ich weitgehend Autodidakt, aber ich genoss während der Schulzeit mit Privatunterricht für Trompete eine solide musikalische Ausbildung und spielte in dieser Zeit auch bei den Kadetten mit», erzählt Küffer.

Beat Hasler zog es als Jugend­lichen zum geschriebenen Wort. Er verfasste Gedichte, Peter Bichsel wurde sein Mentor. Hasler ­bewunderte die rasanten Fortschritte seines Freundes, der seine Musikerkarriere an den damals legendären Lagerfeuern am Sängeliweiher startete – und endlich «Blowing in the Wind» singen durfte.

Hasler erinnert sich: «Als 1975 das Chrämerhuus öffnete, spielten Tom und andere lokale Youngster öfter dort, das waren fröhliche und wilde Sessions, die ich sehr genoss, aber meine Gitarre darbte in einer Ecke, ich wollte schreiben.»

Küffer wurde zum Lokalmatador und ging in den späten 70ern nach Bern, wo er sich einen Namen als Gitarrist, Sänger und Groover erspielte. Hasler begann mit 23 Fussball zu spielen. «Als absoluter Spätzünder fehlte mir zwar die Grundausbildung, aber ich war angefressen von diesem Sport und brachte es so auf ein passables Niveau», so der 62-jährige Stadtrat (parteilos/SP).

Nach seiner Aktivzeit im FC Langenthal war er bis 2009 Juniorentrainer und später -obmann. «Das war spannend, wir konnten viel für die Integration tun, ich durfte in viele Familien reinschauen und sie in der Jugendphase ihrer Sprösslinge be­gleiten.»

Hasler klopfte an

Vor ein paar Jahren kehrte Tom Küffer wieder nach Langenthal zurück. Beat Hasler klopfte sofort bei seinem alten Freund an: «Seit unserer Jugend brauchte ich die Gitarre nur noch, wenn ich meinen beiden Kindern Lieder vorsang. Dann wurde ich vor gut zwei Jahren zum ersten Mal Grossvater und begann wieder, Ge­dichte zu schreiben, die ich singen und vertonen wollte. Es lag auf der Hand, Tom zu fragen.»

Dieser war angetan von Haslers Texten, es begann eine in­tensive Zusammenarbeit. «Es ist mutig von Beat, dass er diesen Traum auslebt», sagt Küffer über seinen Freund Hasler. «Er bringt die Texte und eine Idee von der Musik. Dann arbeiten wir an jedem Lied, bis es den gewünschten und eigenen Charakter hat. Erst dann üben wir mit der Band.» Und Hasler schwärmt seinerseits: «Ich bin ein Glückspilz. Ich lerne enorm viel bei Tom. Und es ist wunderbar, von so einem hochkarätigen Mentor und seiner Band getragen zu werden.»

Eine Kulturgeschichte mehr

Am letzten Samstag traten die beiden erstmals auf einer grossen Langenthaler Bühne auf. Am Hoffest. Für beide ein Heimspiel, für den Stadtrat und leidenschaftlichen Pétanquespieler Beat Hasler eine Premiere. Das Publikum war begeistert – und Langenthal ist um eine schöne Kulturgeschichte reicher.

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