Zusätzliche Asylplätze für Madiswil

Oberaargau

Ursprünglich bis Ende August hätten im Oberaargau 420 zusätzliche Plätze für Asylsuchende geschaffen werden sollen. Nun wurde die Frist bis Ende Jahr verlängert. In Madiswil sind indes schon neue Plätze gesichert.

Das Gebäude an der Obergasse 27?wird für die minderjährigen Flüchtlinge auf Vordermann gebracht.

Das Gebäude an der Obergasse 27?wird für die minderjährigen Flüchtlinge auf Vordermann gebracht.

(Bild: Daniel Fuchs)

Béatrice Beyeler

Es war in der Tat eine happige Aufgabe, welche die kantonale Polizeidirektion den Regierungsstatthaltern übergab: Über 5600 neue Asylplätze hätten im ganzen Kanton bis Ende August dieses Jahres entstehen sollen. 420 davon im Verwaltungskreis Oberaargau. Wie kürzlich bekannt wurde, hat der Kanton die Frist für alle Regierungsstatthalterämter bis Ende Jahr verlängert.

Diverse Anlagen

Noch im Juni wollte sich das Regierungsstatthalteramt Oberaargau nicht über die Verteilung der Flüchtlingsbetten äussern. Jetzt sieht der Stand der Dinge folgendermassen aus: Bisher konnten dem Kanton laut Christian Aebersold, Marc Häuslers Stell­vertreter, diverse Zivilschutzanlagen gemeldet werden. Bereits offiziell ist, dass die Gemeinde ­Madiswil auf Ende Jahr 25 Asyl suchende Kinder und Jugendliche aufnimmt. Dies ist auf der dorfeigenen Homepage zu lesen.

Betreut durch Bäregg GmbH

Die Liegenschaft, wo künftig 25 minderjährige Flüchtlinge leben werden, befindet sich in der Nähe des Dorfzentrums, direkt beim Bahnübergang in Richtung Lindenholz. «Beim Haus an der Obergasse 27 handelt es sich um eine Privatliegenschaft», sagt Christian Aebersold.

Er unterstreicht, dass Madiswil bereits 12 jugendliche Asylsuchende im Lindenholz beherbergt. Ab 2017 bietet die Gemeinde also insgesamt 37 minderjährigen Flüchtlingen ein Dach über dem Kopf. «Betreut werden sie von Mitarbeitenden des Zentrums Bäregg GmbH», sagt der stellvertretende Regierungsstatthalter. Die Institution ist für die Gewährung der Asylsozialhilfe sowie die Unterbringung und Betreuung von unbegleiteten Minderjährigen, die in der Schweiz Asyl beantragen, zuständig.

Die Gemeinde Madiswil hat das Gebäude an der Obergasse ursprünglich als Kollektivunterkunft für Erwachsene gemeldet. Dafür erfüllte es jedoch die kantonalen Vorgaben, welche sowohl ober- als auch unterirdische Plätze verlangen, nicht. Da für die Unterbringung von minderjährigen Asylsuchenden andere Anforderungen gelten, entschied man sich laut Aebersold für diese Möglichkeit.

Weniger Flüchtlinge

Mit sieben weiteren, von ursprünglich achtzehn Gemeinden, befinde man sich noch in Verhandlungen. Die restlichen Gespräche seien laut dem stellvertretenden Regierungsstatthalter auf Eis gelegt worden. Aufgrund der laufenden Diskussionen will das Regierungsstatthalteramt nach wie vor keine Namen von Gemeinden nennen.

«Die Situation ist nicht so angespannt wie ursprünglich gedacht, da zurzeit deutlich weniger Asylsuchende in die Schweiz kommen, als erwartet wurden», sagt Christian Aebersold. Zudem gestalte sich die Zusammenarbeit mit den Gemeinden zum grössten Teil angenehm, da die Gemeindevertreter mehrheitlich gut mitarbeiten würden und sich ihrer Aufgabe bewusst seien.

«Realistisches Ziel»

Nun hat Regierungsstatthalter Marc Häusler bis Ende Jahr Zeit, die restlichen Plätze im Verwaltungskreis Oberaargau zu schaffen. «Das ist ein realistisches Ziel», ist sein Stellvertreter Christian Aebersold optimistisch.

Berner Zeitung

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