Wie entfesselt

Lotzwil

Den Abschluss des diesjährigen Zyklus der Abendmusiken in der Kirche Lotzwil beinhaltetete ein Programm, das aus dem Barock in unsere Zeit führte.

In der Kirch Lotzwil ist der diesjährige Zyklus der Abendmusiken zu Ende gegangen.

In der Kirch Lotzwil ist der diesjährige Zyklus der Abendmusiken zu Ende gegangen.

(Bild: Robert Grogg (Archiv))

An diesem Abend in der Kirche Lotzwil fragten sich wohl die überaus zahlreichen Konzertbesucher gespannt, wie sich der Klang der vier Amateur-Posaunisten Walter Lüthi, Markus Schmid, Thomas Tschirren und Markus Aebi mit den Orgelregistern vermischen werde.

Vorerst gingen die Partner indes eigene Wege: Die Organistin spielte den ersten und den dritten Satz des Concertos a-Moll von Johann Sebastian Bach, und dazwischen fügten die Blechbläser eine russische Engelsmelodie ein und entfalteten einem Choral gleich die dunkle Klangsphäre, die ihren Instrumenten eigen ist.

Geschmeidigkeit

Präzis geschlossen weiteten sie ihren spielerischen Ausdruck in den Sonaten eins bis vier von Arcangelo Corelli. Sie zeigten sich mit überraschender Geschmeidigkeit im mehrstimmigen Aufbau als bewegliche Gestalter, die die Markanz des Klangs auch rhythmisch zu modulieren verstanden.

Und darin ergaben sich Verbindungen zur Organistin, die im Zusammenwirken in zwei Choralvorspielen von Johann Sebastian Bach – geleitet von René Schär – zur dynamisch prägnanten Zwiesprache gerieten. Monika Hunns schlank figuriertes Spiel, mit dem sie der genialen Architektur bei Bach Gestalt verlieh, begeisterte, steigerte sich ins Virtuose in der Fantasie F-Dur von dessen unbekanntem Schüler Johann Gottfried Müthel.

Neue Dimensionen

Doch dann öffnete das Posaunenquartett neue Dimensionen mit dem Zyklus «Jerusalem, israelische Lieder» und mit «Malima, afrikanische Gospel», beide arrangiert von Markus Schmid. Und da profilierten sich die Mu­siker in einer staunenswerten Stimmungsweite des klanglichen Ausdrucks, strukturiert in einer überzeugend lebendigen Rhythmik.

Das wirkte wie entfesselt und gipfelte in dem von Volker Bräutigam jazzig variierten Choralsatz Luthers «Nun freut euch, lieben Christen». Die Organistin steigerte die Komposition zur virtuosen Vollendung.

hkl

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