Huttwil

Wenig Interesse für das Elternforum

HuttwilDas Interesse an der Mitsprache in den Schulen ist nach wie vor klein. Das Elternforum ist vom namengebenden Vorbild aus der Antike noch weit entfernt.

Nur drei Interessierte erschienen am Montag zum Informationsabend.

Nur drei Interessierte erschienen am Montag zum Informationsabend. Bild: Thomas Peter

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Die Entstehungsgeschichte des Huttwiler Elternforums erinnert an den heute politisch nicht mehr korrekten Zählreim von den zehn kleinen Negerlein: Rund 600 Eltern schicken ihre Kinder in die Huttwiler Schulen. Als sich Bildungskommission und Schulleitung bei diesen nach dem Bedürfnis für einen Elternrat erkundigten, meldeten sich nur rund 300. Sie konnten mit Ja oder Nein antworten.

Einen Elternrat wollte immerhin noch eine Mehrheit, es waren allerdings nur noch 177. Und als es um die Frage ging, ob sie sich auch selbst in diesem Rat engagieren wollen, da warens nur noch 50. Dann führte die Schule im Mai letzten Jahres eine Kick-off-Veranstaltung durch, da erschienen nur noch zwei Dutzend. Bei einem zweiten Treffen Ende August warens dann nur noch ein Dutzend. Diese sprachen sich gegen einen Elternrat mit klaren Strukturen und verbindlicher Wahl von Klassenvertretern aus.

Unverbindlichere Form

Stattdessen wählte man die unverbindlichere Form des Elternforums. Man schuf eine Kerngruppe, für die sich rund zehn Mütter und Väter meldeten, und bezeichnete zwei Ansprechpartner: Simon Ingold für die Oberstufe und Heidi Brechbühl für Kindergarten und Unterstufe.

Vom antiken Vorbild des Forums, einem Marktplatz, auf dem diskutiert wird, ist dieses allerdings noch weit entfernt. Das mussten die beiden Ansprechpersonen feststellen, als sie am Montag zu einem Informationsabend einluden: Da warens nur noch drei, die neben Mitgliedern von Kerngruppe, Lehrerschaft und Bildungskommission erschienen und damit wenigstens ihr Interesse bekundeten.

Gutes Zeichen

Von einem Misserfolg wollen Simon Ingold und Gesamtschulleiter Pierre Zesiger trotzdem nicht sprechen. Der kleine Aufmarsch sei auch ein Zeichen dafür, dass seine Schule gut funktioniere, erklärte der Gesamtleiter. Und Simon Ingold hob hervor, dass die Aufgabe der beiden Ansprechpersonen durchaus happig sei. Er gestand ein, die Aufgabe unterschätzt zu haben.

Der Gärtnermeister verstand sich vor allem als Bindeglied zwischen der Lehrerschaft und der lokalen Wirtschaft, vor allem dem Gewerbeverein bei der Berufswahl der Schüler. So war das vor einem Jahr auch definiert worden. Erste Frucht wird eine kleine Berufsbildungs- und Ausbildungsmesse in der Pausenhalle des Oberstufenzentrums sein. Die Betriebe der Region Huttwil sollen dort um die Schulabgänger als ihre künftigen Lehrlinge buhlen, so die Vorstellung von Simon Ingold und seinem Ansprechpartner in der Lehrerschaft, Samuel Schmid.

Weiter plant das Elternforum Informationsveranstaltungen, wobei man sich einig ist, dass Qualität vor Quantität stehen soll. Als Themen in Aussicht genommen werden der Umgang mit den digitalen Medien, die Begleitung von Jugendlichen in der Pubertät sowie die Frage des Taschengeldes für die Schülerinnen und Schüler. (jr)

Erstellt: 11.09.2018, 18:46 Uhr

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