Langenthal

Weg frei für den Koboldpfad

LangenthalGegen die geplante Erlebnisstrecke der ­Kinder- und Jugendfachstelle Tokjo regte sich Widerstand. So, dass die Planer über die ­Bücher gehen mussten. Nun ist der Weg im Entstehen.

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Schon bis Ende dieser Woche sollen sie mehr oder weniger fertig sein: die Spielelemente des Erlebnispfads der Kinder- und Jugendfachstelle Tokjo im Langenthaler Schulwald. Unter Anleitung der beiden Kobolde Pixie und Murkel sollen sich Kinder und deren Begleiter künftig auf eine Entdeckungsreise begeben – droben in der Nähe des Hirschparks und des Vita-Parcours (wir berichteten).

Das neue Angebot stiess jedoch nicht überall auf Gegenliebe. Offenkundig Mühe mit dem Koboldpfad bekundete etwa die Burgergemeinde Langenthal, die das betreffende Waldstück bewirtschaftet und pflegt: «Jede Festinstallation schränkt die Nutzung des Waldes ein und erhöht die Anforderungen an die Waldbesitzer», liess sich Burgerpräsident Marc Howald zitieren.

Den Draht gefunden

Noch vor der Baueingabe kam es deshalb zur Aussprache: Die Burgergemeinde konnte insofern mitreden, als sie sich gegen die Ausdehnung auf ihre benachbarte Waldparzelle wehrte. Ein verkürzter Koboldweg führt künftig lediglich über die Parzelle der Stadt Langenthal. Dieses Waldstück wird zwar ebenfalls von der Burgergemeinde bewirtschaftet – es gehört ihr aber nicht.

Man habe nun ein gutes Einvernehmen mit der Burgergemeinde, hebt Christoph Lehmann, Bereichsleiter Kinderanimation bei Tokjo und gleichzeitig Projektleiter, insbesondere die Zusammenarbeit mit Forstbetriebsleiter Simon Rieben hervor. Im Gespräch seien etwa die ­genauen Standorte der Spiel­elemente definiert worden.

Zurückbuchstabiert

Zu Wort gemeldet hatte sich jedoch auch noch die Waldabteilung Mittelland: Die Fachstelle regte eine Redimensionierung des Erlebnispfads an. Konkret ging es um drei Spielelemente, deren Standort angepasst werden musste. Bei einem der Elemente wurde zudem bei der Grösse etwas zurückbuchstabiert.

«Wir können nach wie vor hinter ­unserem Erlebnispfad stehen – auch in der überarbeiteten Version.»Christoph Lehmann, 
Projektleiter

Unter diesen Voraussetzungen konnte denn auch die Waldabteilung einlenken. Nichts geändert wurde indessen an der Anzahl Spielelemente: Es sind nach wie vor deren acht. Diese abzuschreiten und die geplanten Aktivitäten mitzumachen, dafür müsse in Begleitung von Kindern mit einem Zeitfenster von zwei bis vier Stunden ­gerechnet werden, so Lehmann.

Dass man redimensionieren musste, scheint den Projektleiter übrigens nicht sonderlich zu wurmen: «Wir können nach wie vor voll und ganz hinter unserem Erlebnispfad stehen – auch in der überarbeiteten Version», sagt Lehmann. Er begrüsse die Änderungen sogar: «Jetzt ist der Pfad kompakter und stimmiger.»

Zivilschützer am Werk

Wer dieser Tage im Schulwald vorbeischaute, konnte miterleben, wie der Erlebnispfad Formen annimmt. Ein Zeitfenster von gerade mal zwei Wochen wurde anberaumt für die hauptsächlichen Erstellungsarbeiten. Am Werk sind Dienstleistende des Zivilschutzes Region Langenthal. Rund zwanzig Helfer stünden pro Tag im Einsatz, weiss Kompaniekommandant Philippe Aerni.

Zwei Kompanien übernehmen je eine Woche. Für die Zivilschützer sei es ein besonders interessanter Einsatz, ergänzt Kommandant Stefan Schäfer, neuer Leiter des städtischen Fachbereichs Zivilschutz, Feuerwehr und Quartieramt. «Die Dienstleistenden können etwas Zweckvolles realisieren.» Ein Bauwerk, das der Gemeinde letztlich einen Nutzen bringen werde.

«Einen solchen Auftrag erhalten wir nicht jedes Jahr», sagt Schäfer. Definitiv eröffnet wird der Erlebnispfad Ende Mai, wenn Tokjo sein zehnjähriges Bestehen feiert (siehe Infobox). Bis dahin nimmt die auf den Bau von Spielplätzen und -geräten spezialisierte Firma Krummholz noch gewisse Detailarbeiten vor.

(Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 04.04.2017, 14:59 Uhr

Einweihung

Am Samstag, 27. Mai, werden die acht Spielelemente und damit auch der Erlebnispfad der Kinder- und Jugendfachstelle Tokjo eingeweiht – dies im Rahmen des zehnjährigen Bestehens von Tokjo, das am gleichen Wochenende auf dem Musterplatz beim Langenthaler Hirschpark mit Spiel, Spass und Rahmenprogramm gefeiert wird.

Kinder und Jugendliche sollen wieder einen stärkeren Bezug zum Wald und zur Natur haben: Dies ist das erklärte Ziel der Projektverantwortlichen. Der Erlebnispfad kostet rund 77'000 Franken und wird von Sponsoren und Dritten finanziert. (paj)

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