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Wasser soll besser geschützt werden

Die Gemeinde Bleienbach hat ihre Ortsplanung den kantonalen Vorgaben angepasst und vereinfacht. Von dieser Teilrevision profitieren gerade der Torfsee und die Bäche.

Gerade die Landwirte und Burger sind von den Änderungen betroffen. Foto: Iris Andermatt
Gerade die Landwirte und Burger sind von den Änderungen betroffen. Foto: Iris Andermatt

Sie hat zwar im Dorf bisher für wenig Aufsehen gesorgt, und doch ist sie gerade für die Burger und Landwirte wichtig: die teilrevidierte Ortsplanung von Bleienbach. Die öffentliche Planungsauflage ist Ende September abgelaufen, Einsprachen gab es keine. Am 2. Dezember stimmt die Gemeindeversammlung über die Vorlage ab. Wird die Revision der Ortsplanung angenommen, tritt diese ab Januar 2020 in Kraft.

Doch worum geht es darin genau? Gemeindepräsident Daniel Benevento gibt zu, dass es sich um eine eher theoretische Materie handelt. Gebiete werden weder ausgezont noch eingezont. Die Teilrevision umfasst das Baureglement sowie den Zonenplan Gewässerraum und Gefahrengebiete. Letzterer ist gerade mit Blick auf den Torfsee interessant: Bereits heute wird in der Nähe des Naturschutzgebiets nur reduziert Landwirtschaft betrieben. Da der Boden dort feuchter ist, wächst um den Torfsee ohnehin vorwiegend Gras.

Wenig Spielraum beim Wasser

Der Kanton Bern fordert beim Naturschutzgebiet einen grösseren Gewässerraum, unlängst fand deshalb eine Begehung mit den Grundeigentümern und der zuständigen kantonalen Fachstelle statt. Denn die Bauern befürchteten eine eingeschränkte Bewirtschaftung ihrer Felder. Nach der Prüfung vor Ort sei eine Gewässerraumbreite von 13 Metern ist Aussicht gestellt worden, heisst es in den Unterlagen zur Teilrevision. Zudem soll der Raum entlang des Torfsees begradigt werden. «Unser Handlungsspielraum hier ist klein», sagt Benevento, der in der Begleitgruppe für das Projekt war.

«Unser Handlungsspielraum ist klein.»

Daniel Benevento, Gemeindepräsident

Auch die Bäche werden mehr Schutz erhalten: Entlang des Schwerzenbachs etwa soll der Korridor überall erweitert werden, damit die Ufervegetation vollständig im Gewässerraum liegt. Dieser wird zudem neu nicht mehr auf die genau bestimmbare Gemeindegrenze vermessen, sondern über die ganze Gewässerraumbreite. Die Räume der einzelnen Gewässer betragen so zwischen 11 und 15 Meter, die als Korridore ausgeschieden und im Zonenplan kartografisch dargestellt werden. Gleiche Massstäbe im ganzen Kanton und darüber hinaus erachtet Benevento als richtig und wichtig.

Stilles Gewerbe profitiert

Im Baureglement wurden mit der Teilrevision die Begriffe und Messweisen im Bauwesen an die kantonalen Vorgaben angepasst. Etwa bei der Gebäude- und Fassadenhöhe. Das Ziel: ein einfach anwendbares Reglement. «Dieses trägt auch der Siedlungsentwicklung nach innen Rechnung», sagt Gemeinderat Andreas Moser, der ebenfalls in der Begleitgruppe mitgewirkt hatte. So wurde beispielsweise der Grenzabstand zu den Gemeindestrassen neu einheitlich von 5 auf 3,6 Meter reduziert.

Auch wird der Höchstanteil beim sogenannten stillen Gewerbe in der Wohnzone aufgehoben. Denn im Zeitalter von Homeoffice sei es schwierig und nicht im Sinne der Siedlungsentwicklung, geräuscharme Arbeiten vom eigentlichen Wohnen abzugrenzen, heisst es in den Unterlagen.

«Wir waren eigentlich schon im Frühling 2018 bereit.»

Andreas Moser, Gemeinderat

Nun braucht es also noch das Ja des Souveräns, um die Teilrevision umzusetzen. Gemäss Moser hat der Gemeinderat seine Hausaufgaben gemacht: «Wir waren eigentlich schon im Frühling 2018 bereit», sagt er. Doch die Vorprüfung des Kantons dauerte dann am Ende doch noch etwas länger.

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