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Was tun, wenn ein leerer Laden zurückbleibt?

Zuerst der Versuchsbetrieb für eine Begegnungszone auf dem Brunnenplatz, dann die Unterstützung bei der Um­nutzung einer Liegenschaft im Städtli: Diese Prioritäten will der Gemeinderat beim Standortmarketing unter anderem setzen.

Der Brunnenplatz in Huttwil soll belebter werden.
Der Brunnenplatz in Huttwil soll belebter werden.
Olaf Nörrenberg

Nein, eine konkrete Liegenschaft wurde nicht genannt, als der Gemeinderat zusammen mit dem Büro Kontextplan das neue Standortmarketing vorstellte. Doch wenn Vize-Gemeindepräsident Marcel Sommer (SVP) sowie die Planer Eva Gerber und Urs Blaser sprachen, fiel es nicht schwer, sich den einen oder anderen «Verdächtigen» vorzustellen, der für ein Pilotprojekt zur Umnutzung infrage käme.

Nur das jüngste Beispiel: Im Schaufenster an der Bahnhofstrasse 1 kündigt die Visana an, dass sie demnächst in den neuen Bahnhof umziehen wird. Dorthin also, wo der Trend in Huttwil läuft. Im bisherigen Geschäftszentrum bleibt ein leerer Laden zurück.

Huttwil soll als Landstädtli seine ländlichen Qualitäten sichern und seine kleinstädtischen Qualitäten ausbauen: So formuliert es das Standortmarketing. Traditionelle Wirtschaftsförderung, eine neue Beflaggung und eine Weihnachtsbeleuchtung für das Stadthaus, die bisher in diesem Rahmen realisiert wurden, genügen dafür nicht mehr.

Dynamik bietet auch Chancen

Umgekehrt biete die gegenwärtige Dynamik auch Chancen, zeigten sich die Referenten überzeugt: Als Gegentrend zur Glo­balisierung gewinnt auch das ­Regionale, Authentische an Bedeutung.

Davon kann nicht nur der Detailhandel profitieren. Moderne Co-Worker, die nicht mehr an einen fixen Arbeitsplatz in den Agglomerationen müssen, finden in dieser Umgebung die gesuchte Nähe von Wohnen und Arbeiten.

Der Gemeinderat gibt deshalb der beispielhaften Umnutzung einer Liegenschaft hohe Priorität und beabsichtigt, sie 2018 in Angriff zu nehmen. Noch weiter oben auf der Prioritätenliste steht die Belebung des Brunnenplatzes mit der Versuchphase ab 15. Juli dieses Jahres.

An dieser entzündete sich am Donnerstagabend die Diskussion. Mit der Aufhebung von Parkplätzen fördere man den Detailhandel nicht, man versetze ihm den Todesstoss, zeigte sich Rudolf Flückiger (Flückiger Frischprodukte) schockiert.

Marcel Sommer und Jacqueline Flückiger, welche die Burgergemeinde in der Arbeitsgruppe Standortmarketing vertritt, hoben hervor, dass es genau darum gehe, mit einem sechswöchigen Versuchsbetrieb Erkenntnisse zu gewinnen, was funktioniere.

Coop: Es dauert

Nur indirekt zum Standortmarketingkonzept gehört der Coop-Neubau beim Bahnhof, für den eben eine Verlängerung für die Baubewilligung beantragt wurde. Am Informationsabend wurde die offene Baugrube trotzdem zum Thema.

Durch diese Verzögerung gewinne Huttwil Zeit für die nötigen Anpassungen im Städtli, zeigte sich Gemeinderat Hans Mathys (FDP) überzeugt. Zudem könne die Gemeinde im Rahmen des Bewilligungsverfahrens Auflagen machen, wie der Bauplatz bis zum Baubeginn hergerichtet werden muss.

Das Standortmarketing beschränkt sich jedoch nicht auf die Bereiche Wirtschaft, Wohnen, Detailhandel und Städtli. Auch der Tourismus, die Freizeit, Umwelt und Energie sowie der eigentliche Prozess und die Kommunikation darüber kommen in den insgesamt 20 Massnahmen vor.

Der Gemeinderat hat die Massnahmen bereits provisorisch priorisiert, will die Liste jedoch jährlich aktualisieren. Geprüft werden soll zum Beispiel die Wiedereinsetzung einer Kulturkommission.

Die Massnahmen im Detail sind online unter www.huttwil.ch.

jr

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